powerbook_blog

klein, praktisch, unverdaulich seit 2004

Bittersüsse Vaterfreuden

| 2 Kommentare

Ich sitze mit der Finanzministerin auf dem Sofa, wir schauen einen Film. Einen dieser Französischen, die man eigentlich nur ertragen kann, wenn man genug Rotwein trinkt. Nachwuchs 2.0 hat uns nun schon drei Mal mit Anwesenheit beglückt, obwohl das Kind schon seit über einer Stunde schlafen soll. Zahnschmerzen. Das ist nicht schön, aber wir haben dem Spross mit ein wenig kühl- und schmerzlindernden Gel versorgt.

15 Minuten später klingt lautes Schluchzen und Wimmern durch die Zimmerdecke. Heute ist es mein Kind. Ich bin verantwortlich. Also quäle ich meinen Körper aus dem Sofa und gehe nach oben. Ich lege mich zu dem wimmernden Pöks ins Bett, umarme das Kind und halte es – hin und wieder „Alles wird gut, und wenn Du einschläfst spürst Du auch den Schmerz nicht mehr“ flüsternd – fest im Arm.

Was für ein bittersüsser Moment. Auf der einen Seite Dein leidendes Kind, dessen Schmerz Du nicht lindern kannst. Auf der anderen Seite die Gewissheit, dass Du dem Spross so viel Geborgenheit vermitteln kannst, dass die Atemzüge – immer mal wieder unterbrochen von einem leisen Schluchzen – stetig gleichmäßiger werden, bis das Kind eingeschlafen ist.

Ihr erinnert Euch doch auch noch – zumindest vage – an dieses wundervolle Gefühl der Geborgenheit, dass wir als Kinder erfahren durften. Das Dir jemand sagt „Alles wird gut!“ und Du weisst, dass dies auch stimmt. Es ist schade, dass wir dieses Gefühl heute selbst kaum noch erleben dürfen. Umso großartiger ist es für mich, dieses Gefühl zumindest weiter geben zu können.

2 Kommentare

  1. Mh, so gefühlvoll. Bist Du es wirklich? Doch Du sprichst mir aus der Seele. Dieses bedingungslose Vertrauen der Kinder ist etwas sehr Schönes.

  2. … 3x nacheinander gelesen.

    Danke!

    Jetzt wird’s ’n schöner Tag

Schreib einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.