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Schwein im Spiegel

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Gestern Abend hatte ich einen sehr surrealen Moment. Um surreal vielleicht einen Hauch besser zu beschreiben, möchte ich anfügen, dass ich mich für einen Bruchteil einer Sekunde in einen David Lynch Film versetzt gefühlt habe. Der Moment war so intensiv, dass ich dabei fast richtig heftig auf die Fresse gefallen wäre. Ich meine damit nicht hingefallen, sondern bildlich auf die Fresse gefallen.

Seit ein paar Tagen nun, mühe ich mich redlich, wieder etwas für meinen deformierten Körper zu tun. So mache ich jetzt wieder regelmässig abends meine Situps bzw. Crunches. So auch gestern Abend. Und weil es ja auch voran gehen soll, habe ich noch 5 (fünf, ja es ist mir bewusst, wie lächerlich sich fünf anhört, andererseits – alle Personen in meiner bzw einer ähnlichen Verfassung wissen, wie hart 5 sein können) Liegestütz gemacht. Während ich mich also mit hochrotem Kopf und freiem Oberkörper redlich mühe, mit meinen zarten Ärmchen das doch recht stattliche Gewicht meines Restkörpers langsam nach oben zu pumpen, sehe ich im Augenwinkel etwas. Etwas ist rosa. Fleischfarben.

Neben mir steht ein fleischfarbenes Hängebauchschwein. Man kennt diese Momente, wo etwas so völlig unfassbares passiert und einem zig Gedanken gleichzeitig durch die schmalen, und in meinen Fall nunmehr auch leicht verkalkten, Hirnwindungen rasen. Was macht ein Hängebauchschwein in meinem Wohnzimmer? Verdammt, der Stoff war gut! Moment, ich habe seit Ewigkeiten keine Drogen mehr konsumiert (Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort! Ich habe nie inhaliert! Ich weise alle Anschuldigen gegen mich zurück und werde alles rückhaltlos aufklären … )! Können Schweine sprechen? Kann dieses Schwein sprechen?

In eben diesem Augenblick melden sich meine zarten Ärmchen bei meinem hochaktiven Hirn. Hey yo! Hier sind die Arme. Du bist scheisseschwer, Alter. Was geht ab? Weiter nach oben, oder können wir mal Pause machen? In meinem inneren Augen, sehe ich mein Gesicht ungebremst von 25cm Höhe auf die alten Holzdielen krachen. Und finde irgendwie wieder zu mir. Arme? Pumpen! Pumpen! Pumpen!

Es folgt ein klarer Blick zur Seite. Da steht – oh Wunder – gar kein Schwein. Da steht ein Spiegel. Und in dem Spiegel sehe ich mich entsetzt an. Meine Bauchmuskulatur scheint schon auf mein neues Sportprogramm angesprungen zu sein. Das sehe ich an meinen Seiten. In der Mitte hingegen hängt ein Bauch.

Drei. .. Viiiiiierrrrrrr. .. Füüüüüüünnffffffff ..

Ich weiss, dass es keine Ausrede jegweder Art rechtfertigen kann, dass ich am kommenden Morgen nicht laufen werde.

2 Kommentare

  1. FÜNF?

    Selbst ich fetter, alter Sack schaffe 30. DREISSIG!

  2. und ich, klein und schlank und unter 40 schaffe nicht eine einzige!!!!
    aber noch viel besser ist, dass du mich immer wieder zum lachen bringst, mein großer held .-)

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