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*USA: Tag 2

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Es ist sieben Uhr morgens. Ich habe gestern abend meine Verabredung kurzfristig abgesagt, weil ich einfach vollkommen durch war. Bin brav um 10 Uhr ins Bett gegangen und habe bis 4 Uhr morgens durchgeschlafen. Ich fühle mich ansatzweise erholt. Dieser Kaffee hier tut sein übriges um meine Lebensgeister zu reanimieren.

Der gestrige Tag war auch eher ruhig. Ich bin in meine ehemalige Heimatstadt gefahren. Schon lustig, dass mir schon allein der Weg von Louisville auf der Interstate immer noch sehr vertraut vorkam. Hatte etwas von der verlorene Sohn kehrt zurück. Allerdings gab es keine Parade und auch keine jubelnden Mengen am Strassenrand. Ich bin doch etwas enttäuscht gewesen. Bin ich doch den ganzen Weg aus Deutschland … Mein Mittagessen war ein Burger von d’Arbys. Das Zeug hatte ich doch etwas leckerer in Erinnerung.

Zuerst habe ich eine alte Freundin besucht, die in einem kleinen Schloss wohnt. Finde ich zumindest. Das Gebäude Haus zu nennen wäre nicht angemessen. Insbesondere wenn die Küche alleine augenscheinlich mehr Quadratmeter hat als unser komplettes Erdgeschoss zu Hause. Der Grill, der draussen vor dem Pool stand hatte in etwa die Ausmasse meines Fiat 500s. Positiv fand ich, dass es tatsächlich auch ein Steinhaus war, also nicht die übliche Presspappenkonstruktion, die man hier sonst so in der Regel findet.

Wir haben dann zusammen ihre Kinder von der Schule abgeholt. Da hatte ich wieder so meine verächtlichen Amerika-Momente. Wir haben im Stau auf der Auffahrt der Schule gestanden und gewartet. Da gibt es eigens eine Lehrkraft, die den Verkehr regelt auf der Schulauffahrt. Man kann sich nämlich an zwei Fahrspuren anstellen. Hallo? Sonst keine Probleme, oder?

Meine Gastgeschenke (ich habe quasi für das ganze Zeug einen eigenen Koffer dabei. 30 Haribo-Tüten waren das noch bei der Einreise, ein paar Tüten Werters Echte und drei Gläser Nutella ) sind übrigens bisher sehr gut angekommen. Und ja, Haribo gibt es hier, aber eben wohl nicht in bestimmten Geschäften und nur die Klassiker. Und Nutella wird hier mit dem Löffel gegessen.

Zwischendurch bin ich an meinem alten Gasthaus vorbeigekommen. Ich habe mich eigentlich nach über 10 Jahren verdammt gut orientieren können und alle Fahrwege von damals adhoc wiedergefunden. So bin ich auch noch kurz an meiner ehemaligen Schule vorbeigefahren, wo gerade Marching Band Training/Probe auf dem Parkplatz stattfand. Lustig.

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Ein paar Zeiteinheiten später sass ich dann im Haus meiner ehemaligen Gasteltern mit meinem Gastvater zusammen. Den mag ich so richtig. Nur die Geschichten über meine so scheisse erfolgreichen Gastgeschwister, uhm, naja, die brauche ich nicht in aller Detailtiefe zu hören. Meine Gastschwester bekommt gerade ihr zweites Kind und hängt nun ihre imposante Washington-Karriere an den Haken. Völlig ohne Häme, aber mit ein wenig Erleichterung habe ich dann vernommen, dass bei meinem Gastbruder nicht alles ganz so perfekt läuft. Ich frage mich aber schon, wie lang die Tage in Neu Seeland so sind. Die haben vier Kinden, zwei Konditoreien, sind ehrenamtlich engagiert und er hat noch einen ganz normalen Job.

Da ja sonst niemand da war, hat mich der gute Mann ins Texas Roadhouse zum Steak essen eingeladen. Sehr sehr lecker. Ich habe mir aber ganz fest vorgenommen, hier nicht in einer Woche mal eben 10 Kilo zuzunehmen, so dass ich das Steak mit zwei Salaten zu mir genommen habe. Das Steak war wirklich perfekt, wie ich das mag. Der abschliessende Apple Pie mit Vanilleeis war aber noch besser. Verdammt. ich hätte fast eine zweite Portion bestellt.

Wieder zurück im Hause des Gastvaters bin ich dann doch deutlich müde geworden. Und habe mich noch einer weitere Stunde Plauderei wieder Richtung Louisville aufgemacht, wo ich um 22 Uhr verabredet war. Schon auf der Autofahrt habe ich gemerkt, dass ich diesen Abend früh beenden muss. Aus meinem geplanten Short stop in meinem Basislager ist dann eine weitere Übernachtung geworden. Totalausfall des Sprachzentrum war nur ein Symtom. Da ging dann mal gar nichts mehr. Und so bin ich dann um 10 Uhr abends, nachdem ich meine Verabredung noch schnell abgesagt hatte, ins Bett gefallen und mehr oder weniger umgehend eingeschlafen.

Den Mustang zu fahren macht mir übrigens wirklich Spass. Die Automatik ist natürlich eine kleine Spassbremse, aber sonst sehr lustig. Das verbaute Radio hat sogar einen USB-Anschluss, der aber irgendwelchen Microsoft-Kram erwartet, zumindest wollte es die vom Mac kopierten MP3s einfach nicht auslesen. Doof. Das Cabriodach ist gestern den ganzen Tag geschlossen geblieben, aldiweil es hier nahezu den ganzen Tag geregnet hat.

Ein Kommentar

  1. Hey … Jetlack …. ich (JOG) … ne das spare ich mir bis zu hause auf … ich bin doch nur 5 Abende da …… :)

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