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jog – ein Fred so blöd wie ein Stück Brot nie werden wird

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Verdammt. Ehrlich. Verdammt, ich bin so dämlich. Blöd. Ein Idiot mit Auszeichnung. Ich bin so blöd, wie ein Stück Brot nie werden wird. Wirklich. Aber wer mich kennt, der weiss, dass ich natürlich vollkommen und sowieso höchst unschuldig an allem bin.

Alles fing damit an, dass ich heute morgen nicht gelaufen bin. Das ist doppelt bitter, weil – nur um mir eins auszuwischen, ist klar – heute in drei Blogs, die ich lese, geschrieben wurde, wie fleissig doch alle sind. Pah. Ich bin nicht wirklich Schuld daran, dass ich nicht gelaufen bin. Die Schuld trifft einzig und allein, die Ölkrise. Der Tag hat also schon mies angefangen.

Gestern habe ich den Schergen entlassen. Er würde wohl eher die Formulierung bevorzugen, dass er mich verlassen hat. Jedenfalls ist er jetzt nicht mehr da. Vier endlose Wochen lang. Ich muss seinerzeit vollkommen von Sinnen gewesen sein, als ich seinen Urlaubsantrag unterschrieben habe. Jedenfalls ist er heute nicht im Büro erschienen, die treulose Seele, die ich doch mehr oder weniger eigenhändig von der Strasse aufgelesen habe. Verräter.

Wir haben eine recht klare Arbeitsteilung, die ganz gut funktioniert. Er arbeitet fleissig und ich bin sein Chef. Damit mein Chef mit mir auch so zufrieden ist, mache ich in Meetings immer einen auf dicke Hose und spreche von unserer Arbeit. Das hat ganz gut geklappt. Bis eben heute. Da musste ich dann selbst arbeiten. Verdammte Axt, das habe ich in den letzten Monaten wirklich nicht vermisst.

Schuld daran ist aber – wider Erwarten – nicht der Scherge, sondern die Kollegen. Himmel. Die Pappenheimer haben zwei (2!) Monate Zeit in dem ollen Shop, den wir jüngst gelauncht haben nach Fehlern zu suchen. Und HEUTE müssen sie dann unbedingt noch zwei Fehler finden. Na vielen Dank! Da musste ich mich gleich am ersten Tag in diesen Dreck einarbeiten.

Draussen war es ja herrlich sonnig heute. Mein Gemüt bewegte sich hingegen in der Eiszeit. Immerhin – für jemand, der eigentlich gar keine Ahnung von nix hat und auch sonst nichts kann, habe ich die Fehler zumindest hübsch kaschieren können. Den Rest habe ich dann doch vom Schergen erledigen lassen. Urlaub. Tztztz. Als ich in seinem Alter war, da hatten wir Freistunden. Jejeje.

Danach durfte ich dann noch einem Meeting beiwohnen. Eigentlich war ich einer von zwei Protagonisten, die vom Chef höchst selbst zur Räson gebeten wurden. Räson – ein sehr ambitioniertes Anliegen. Wenn zwei Personen auf Augenhöhe völlig unterschiedlicher Meinung sind. Vor allem, wenn ich der eine bin und zu allem Überfluss auch Recht habe. Vor dem Meeting habe ich die Angelegenheit noch mit meiner mir ganz persönlichen Verbissenheit gesehen, jetzt wird es für mich eine persönliche – selbst redend sportliche – Herausforderung.

Das wars dann auch schon im Büro. Guter Tag, wenn der Blutdruck gar nicht sinken will und die Halsschlagader aussieht, als würde eine Maus in einem Gartenschlauch mit einem Springseil spielen.

Aber gut. Bleibt ja noch der Nachmittag. Die Finanzministerin hatte vor Ewigkeiten bei einem Glaser eine Glasplatte bestellt. Der Glaser mag seine Kunden. So richtig. Der hat wirklich tolle Öffnungszeiten. Ich wollte da neulich nach der Arbeit die Platte abholen und stand vor verschlossenen Türen. Um halb fünf. Super. Heute war ich also um vier da. Die Platte habe ich trotzdem nicht bekommen, weil niemand mehr im Lager war und die Damen vom Empfang keine Ahnung haben, wo die Platte denn stehen könnte. Soll also heissen, dass man da wohl spätestens um drei aufschlagen muss. Ich werde da morgen um sieben Uhr morgens auf der Matte stehen. Und wenn ich die bescheuerte Platte dann nicht bekommen, werde ich verlangen den Geschäftsführer zu sprechen. Ich kann auch anders.

Heute musste ich alle Energie aufwenden, um meine Fassung zu behalten und der Empfangstrulla nicht eine der anderen Glasdinger über den Kopf zu hausen. Beste Voraussetzungen für einen Kurzbesuch im Mediamarkt, der dann aber vollkommen problemlos verlaufen ist. In Teilen. Im Untergeschoss habe ich dem Nachwuchs zwei Schokocrossiants gekauft. Und es gewagt, das erste zu Teilen und die beiden Teile dann zu verteilen. Nachwuchs 2.0 nahm das dann zum Anlass mir mal eine Nachwuchs-Halsschlagader in Nachwuchs-Gartenschlauch-Format zu zeigen. Und hat den ganzen Laden zusammen gebrüllt. Super. Ich bin der Erwachsene. Ich kann mein Handeln kontrollieren. Ich bin ganz ruhig. Ich bin ein Fluss. Ich bin ruhig. Also runter auf Augenhöhe und – innerlich kurz vor dem Siedepunkt – mit ruhiger, sanfter Stimme, dem Kind seine Grenzen aufgezeigt: Wenn Du nicht sofort still bist, gibt es heute abend kein Kika und Du kommst sofort ins Bett! Wer bei mir mal Nachhilfe in Pädagogik nehmen will – ich teile mein Wissen gerne.

Zu Hause habe ich dann versucht, die im Blödmarkt gekaufte Knopfzelle, in den Autoschlüssel einzusetzen. Von dem frischen Strom hat sich der Schlüssel aber so gar nicht beeindrucken lassen. Ich vermute mal, die habe ich Energie aus der Knopfzelle beim Einsetzen absorbiert.

Das war dann auch der letzte Tropfen, der dem Tank zu barsten gebracht hat. Die Farbe ROT! In meinen Augen, in meinem Hirn. Und eben dieses meinte dann, die angestaute Aggression und Frustration des Tages an einem Gartenstuhl entladen zu können. Gute Idee. Miserable Umsetzung. FAIL! In Perfektion.

Hirn an Auge: Stuhl fokussieren! Hirn an Bein: Treten. Bein an Hirn: Roger! Hirn an Bein: Feuer! Auge an Hirn: Worum gehts? Das Bein schnellt vor … und trifft den Stuhl volle Breitseite … mit dem Schienenbein. Der Metallstuhl hüpft elegant an den Tisch zurück. Schienenbein an Hirn: Verdammte Axt, was soll denn der Scheiss? Bist Du von Sinnen? Hirn an Auge: Meldung? Auge an Hirn: Jaaaaaaaa, Hallo erstmal. Ich sehe da eine richtig dicke Beule am Schienenbein. Schienenbein an Auge: Ach was! Schmerzzentrum an Hirn: Ich übernehme jetzt.

Jetzt – gut vier Stunden später – tut mir der komplette Unterschenkel noch weh. Richtig doll weh. Was für ein Tag. Ich möchte jetzt gerne die Doors-DVD reinschieben und mit Jim Morrison Whiskey bis zum Umfallen trinken. Ich mag bloss gar kein Whiskey. Ausserdem will ich ja morgen früh fit sein. Um Laufen zu gehen. Damit der Tag nicht gleich schlecht anfängt. In engen Grenzen bin ich ja lernfähig.

5 Kommentare

  1. Autoschlüssel? Der vom (Firmen-)Audi? Jetzt schon die Batterie leer? Niemals. Die hält 5 Jahre.
    Der war mit Sicherheit nicht synchron. Einfach die Tür manuell aufschließen, Zündung an, kurz warten – fertig. Und genau das muss man übrigens auch nach dem Batteriewechsel machen.

  2. Man kann dich aber auch nicht allein lassen…

  3. Die Geschichte mit dem KIKA-Verbot hatte ich heute morgen auch wieder. Unser Nachwuchs ist gerade heftig in der Trotzphase angekommen und rebelliert jeden Morgen gegen die Auswahl der Kleidung. KIKA-Verbot hilft da im Moment zum Glück noch.

  4. Um mit den Worten eines klugen Freundes (so etwas von Mittwoch) zu antworten: HEUL NICH RUM !!!!!

  5. ..doch HEUL RUM, das sind immer deine besten Posts. Mit Freude gelesen.

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