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Soll auch schön werden!

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Ich war ja heute wieder den halben Tag bei meiner Stecherin. Während ich da im Stuhl sass und von den Nadeln die Farbe unter die Haut punktiert bekommen habe, kommt eine Trulla in das Studio. Potentielle Kundschaft für die Studio-Partner meiner Tattoo-Künsterlin also. Ich will nicht sagen, dass ich die Konversation belauscht habe, es war eher so wie nebenbei Radio hören.

Plätscher plätscher. Ich möchte ein Tattoo. Hast Du Dir schon Gedanken über Motiv und Position gemacht? Ja, ich möchte eine Blume am Unterschenkel. Plätscher plätscher. Ja, was kostet das denn? Um die 300 Euro. – Ich konnte die junge Dame nicht sehen, aber ihren staunend-ungläubig fragenden Blick konnte ich hören! – Plätscher plätscher. Aber wenn Du das Motiv etwas kleiner nimmst, dann geht das auch für 100 Euro. Ja. Soll ja auch schön werden.

Die Jüngeren von Euch können diesen Abbsatz hier jetzt überspringen. Die Älteren werden mich verstehen. Erinnert Ihr Euch noch an das Geräusch, wenn Person X ( hier als Synonym für eine beliebige Person Eurer Wahl ) trottelig in das Zimmer kam, mit einer ungelenken Bewegung genau das Tischen traf, auf dem man liebevoll den Schallplattenspieler angerichtet hatte, der auch gerade lief und dessen Tonarm sich eben durch diese ungelenkte Bewegung genötigt sah, auf der lustig routierenden Langspielplatte, die eben noch wohlige Musik durch die Lautsprecher – in gemässigter Lautstärke, ich bin ein Mietshauskind gewesen – verbreitete, eine drastische Abkürzung zu nehmen, was dann zu einem ausgesprochen hässlichem Ton führte? Genau so ein Ton hat eben diese Feststellung der jungen Dame in meinem inneren Ohr erzeugt. Auh!

Ok. Ich versuche es mal emphatisch. Die junge Frau war unsicher, wenn nicht verunsichert und wollte sich ein wenig selbst beruhigen. Ja. Menschlich. Wirklich.

Aber dann. Du ne, Mädchen, für 100 Euro machen wirs auf die Schnelle. OK, das wird dann schon mal krukelig, aber dann haste prima was gespart. Ich bin nicht wirklich fürs Dienstleistungsgeschäft – oder vielleicht eher ganz und gar nicht für einen gewinnbringenden Kundenkontakt geschaffen.

2 Kommentare

  1. Interessantes Blog. Wenn der Tonarm so unsanft quer über die Tonspuren rutscht, bereichnet man das als „Arschlochscratchen“…
    Witzige Menschen gibt es. Dieses Mädel war sicher eines von denen die 140 Schleifen für ne Jeans locker macht, die sie 3 Monate trägt aber ein Tattoo, etwas das für immer bleibt, ein Kunstwerk von einem Meister seines Fachs ist das nicht wert. Ist doch nur ein Bild, 100 Eus müssen reichen. Soll ja auch schön werden…Saugut, ehrlich.

  2. Ich find Kreidequietschen auf Tafel viel schlimmer als das Plattenspielergeräusch. Hast Du Gänsehaut bekommen dabei? Mir zieht sich bei sowas immer alles zusammen … *grusel*

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