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5. Osnabrücker Land Marathon

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Vor ein paar Wochen hatte der personal trainer gesagt, wir sollten mal hin und wieder an einem Lauf teilnehmen. Ok. Und da ich doch hin und wieder mal einen Blick auf die Osnabrücker Laufseite, war ich im Bilde, dass da heute in Bissendorf im schönen Osnabrücker Land ein Marathon bzw. auch ein Halbmarathon – nämlich der 5. Osnabrücker Land Marathon – veranstaltet wird. Für Letzteren hatte ich uns beide vor ein paar Tagen angemeldet.

Bild 4.png
Quelle: Virtual Earth ( Ascent )

Also sind wir da auch brav hingefahren. Bissendorf ist eine kleine Ortschaft. Und irgendwie ist woh der halbe Ort an der Orga der äufe beteiligt, was dem ganzen eine sehr persönliche Note verleiht, aber nicht heissen soll, dass das Ganze nicht sehr professionell war. Wir waren etwa eine Stunde vor dem Start vor Ort und so hatte ich auch noch etwas Zeit, mir meine Laufgesellen ( für den Halbmarathon waren 250 Leute gemeldet ) in Ruhe ein wenig anzusehen. Ich bin ein Freizeitläufer, soviel weiss ich jetzt.

Während das Wetter in den letzten Tagen ja eher durchwachsen war, hatten wir heute nette 28° und einen wunderschönen Himmel mit viel Sonnenschein. Das ist zwar schön, aber zum Laufen war es mir eigentlich eine Tuck zu warm. Zudem hatte ich keinen meiner beiden Wasserflaschengürtel gefunden und war somit auf die Verpflegungsstationen angewiesen. Vor dem nächsten Lauf muss ich mich besser vorbereiten.

Der Startschuss kam dann pünktlich um 16.30 Uhr ( was mir persönlich auch eher zu spät ist, ich laufe doch viel lieber morgens, weil ich dann noch keine Zigarette geraucht habe und meinen Körper auch noch nicht mit mehreren Tassen Kaffee belastet habe ). Ich habe bislang ja erst zwei „Läufe“ mit Zeitnehmung absolviert, aber wie schon bei den anderen beiden, bin ich den Anfang viel zu schnell angegangen. Wir hatten uns eigentlich überlegt, die ersten 10km mit einer Zeit von 5:40 Minuten/km anzugehen und die restlichen dann, sowiet noch Kraft vorhanden, etwas anzuziehen. Das Ziel war, die Strecke in unter zwei Stunden zu schaffen.

Bild 3.pngDie ersten drei Kilometer hatten wir dann aber einen Durchschnitt von 5:24, 4:46 und 5:08 min/km. Das hört sich für den Laien vielleicht nicht nach einem grossen Unterschied an, in den Beinen merkt man das aber deutlich. Mein persönliches Hightlight während des zweiten Kilometers war ein Päarchen, die beide mit so einem Baby-Jogger-Kinderwagen, uns ganz fix überholt haben und auch die anderen – vor uns liegenden Läufer – in einer Geschwindigkeit überholt haben, dass ich ihnen mittlerweile unterstelle, dass die Wagen mit einem Motor ausgestattet seien mussten. Wahnsinn.

Warum wir zu schnell losgelaufen sind? Klassisches Macho-Verhalten. Vor mir lief da so eine junge Frau in langen Hosen. Ihr Laufpartner war ein Typ, die so eine Art Stützstrümpfe anhatte. Und ich konnte mir einfach nicht eingestehen, dass diese beiden locker schneller waren als ich. Waren sie aber. Die sind wohl mit einem Schnitt von 5:00 min/km durchgelaufen. Die Strecke an sich war übrigens landschaftlich sehr schön und führte vorwiegend über kleine Landstrassen. Zuschauer gab es eher wenige und erst kurz vorm Ziel konnte man sich von dem Applaus noch etwas motivieren lassen.

Bei KM9 hat mir der personal trainer dann gesagt, dass er den Lauf nicht beenden würde, weil es ihm nicht wirklich gut geht. Ich sollte mal mein Ding machen. Gesagt. Getan. Oder so ähnlich. Zu zweit laufen finde ich eigentlich ganz angenehm, weil man sich gegenseitig aufbauen und anstacheln kann. Alleine Laufen stört mich auch nicht, dann allerdings vorzugsweise mit Musik im Ohr. Und zum nächsten Lauf werde ich auch zwingend wieder Musik mitnehmen. Nicht ist nerviger als das stöhnende Atmen des Hintermanns, der klappernde Schlüssel der Frau vor mir oder die quietschenden Schuhe des Freds, den ich zu überholen versuche. Eine Frau hatte ich gesehen, die sich die Ohrhöhrer mit Plast fixiert hatte – das sah nicht verkehrt aus und ich hoffe ich erinnere mich daran bevor ich den nächsten Lauf bestreite.

Bei KM10 war ich noch richtig gut drauf. So gut, dass ich meinte, ich hätte noch genug Luft, um Leute vollzuquatschen. Ich habe da so zwei alte Laufhasen überholt und musste endlich den Spruch anbringen, mit dem mich mein Freund den ganzen Morgen genervt hatte Lieber tot als Letzter!. Die beiden Jungs hatten aber so gar keinen Humor. Dafür habe ich erfahren, dass die kommenden 10km vorwiegend in praller Sonne und ohne Aussicht auf längeren Schatten zu absolvieren wären. Verdammt. Und so kam es dann auch.

Mein erstes richtig fieses Motivationsloch hatte ich dann bei KM15. Laufen ist ja doch Kopfsache. Und mein Kopf lockte mich. Aufhören ist keine Schande. Jaja. Zum Glück könnte ich dann wenig später zu einem Typen und einer Frau aufschliessen mit denen ich dann zusammen fast bis in Ziel gelaufen bin. Bei KM 19 gab es nochmal einen Anstieg, da war ich dann doch ziemlich platt und wollte eigentlich nur noch ankommen. Auf dem letzten Kilometer haben mich dann doch die Kräft verlassen und ich bin zwei Mal etwa 100m gegangen, um den Puls etwas runter zu bekommen und nochmal ein wenig Kraft zu schöpfen.

Bild 2.png

Mein Ziel habe ich trotzdem geschafft. Ich bin unter zwei Stunden geblieben. Nicht viel, aber immerhin. Ich war aber so kaputt, dass ich es nicht mal geschafft habe, die Stopuhr zu betätigen, so dass ich für den letzten Kilometer keine echte Zeit habe und mir das Rumlatschen im Ziel meine Durchschnittszeit vermasselt hat. Im Ziel gab es übrigens kaltes, alkoholfreies Weizen. Lecker.

2005 bin ich ja Spielbanken (Halb-) Marathon Niedersachsen in Hannover mitgelaufen. Wenn ich mich erinnere, wie k.o. ich damals war, dann bin ich doch mittlerweile weit besser in Form, was sich auch bei der Endzeit zeigt, da habe ich mich um ganze 15 Minuten verbessert. Ich bin schon ganz zufrieden. Vor allem hatte ich beim Laufen selbst auch kaum Schmerzen.

Meine schicke Pulsuhr kann ja nichts dafür, dass ich vergessen habe, auf Stop zu drücken und hat trotzdem alles protokolliert: die zurückgelegte Wegstrecke von 21.41 km und die dafür benötigte Zeit, genau 2:02:36 Minuten sowie die daraus resultierende Durchschnittsgeschwindigkeit von 5:43 Minuten pro Kilometer. Mein Puls lag durchschnittlich bei 165 bpm mit einem Peak von 177.

3 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch jog!
    Als Abnehmläufer freut man sich immer Motivationsgeschichten zu hören und einen Halbmarathon unter 2 Stunden finde ich beachtlich!

    Gruss Bob

  2. Gratuliere!
    Das Motivationsloch kenne ich auch, es kam bei mir aber erst kurz vor Schluss, was die Sache noch viel Schlimmer macht.
    Persönlich finde ich NNachmittagsläufe auch extrem ätzend. Meist ist es dann zu warm, die Ozonbelastung höher etc pp.
    Das ist das Schöne am Mainzer Gutenberg (Halb)Marathon. der startet um 09:00. Perfekte Zeit, finde ich.
    Und diese Stützstrümpfe sind Kompressionsstrümpfe, die sollen für längere Läufe wirklich gut sein. Wobei ich finde, dass das ziemlich affig aussieht. Lieber schmeisse ich mir dann zwei Packungen PowerGel und ein paar Aminos rein :)

  3. Nunja, der halbe Ort ist nun wirklich nicht daran beteiligt, aber es ist ja für einen guten Zweck, die Erlöse gehen an den Präventionsrat der Gemeinde.
    Landschaftlich ist die Strecke wirklich gut geworden, aber ich präferiere es, die Strecke mit dem Fahrrad zu bewältigen, zumeist recht auffällig in roter Jacke. Respekt für alle Langstreckenläufer, das wäre nix für mich.

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