powerbook_blog

klein, praktisch, unverdaulich seit 2004

Barcamp Hannover – Session: Usability einfach und schnell testen

| 2 Kommentare

Wieviel Aufwand muss ich in das Testen der Usability einer Online-Anwendung stecken? Keine Ahnung. Jetzt gucken wir uns ein Youtube-Video ( Pigor & Eichhorn – Nieder mit I.T. ) an, was wohl lustig ist. Die Frustrationstoleranz ist mittlerweile schon recht hoch. Je höher die Barriere für den Nutzer, umso interessanter muss das Produkt/Projekt für den Benutzer sein. Ja. Sehe ich auch so. Was ist mein Ziel für den Nutzer? Der Nutzer sucht eine Information, wir wollen das er kauft.

Am Beispiel wird Jamba gezeigt. Man will einen einzelnen Klingelton erwerben. Jamba verdreht die Regeln der Usability so nett und erleichert so dem Nutzer, statt eines einzelnen Klingeltons gleich ein Abo zu erwerben.

Häufigste Fehlerquelle bei der Usability sind Texte. Man muss sich textlich in den Besucher reinversetzen. Sprechen wir die gleiche Sprache, wie unser Kunde? Texte kann man preiswert überprüfen, in dem man einfach Bekannte/Kollegen/etc anspricht und sich die entsprechenden Begriffe erklären lässt ( Klingelton versenden vs. Klingelton herunterladen ). Analyse-Werkzeuge nutzen, um zu sehen, ob die Funktionen so genutzt werden, wie man sich das ursprünglich gedacht hat. Alte Usability-Regel lautet: 50% aller Texte kürzen ( Negativbeispiel: jpc.de – Einleitungstext ). Textstruktur muss scanbar sein. Headlines nutzen.

Teaser nutzen, aber nicht zu viele. Texte sollten möglichst wenige Marketinginformationen enthalten. Positivbeispiel hier: Apple.de. Interessant dazu: tired.com ( Focus auf: Schreiben Sie uns eine E-Mail ). Usability muss man testen. Diskussionen vermeiden – indem man testet. Beispiel: Anmeldung bei einem Dienst. Die Anmeldung selbst reduzieren auf möglichst wenig Felder. Profilerfassung erst nachträglich und optional.

Tipp: Screenshot machen, extremen Weichzeichner drüberlaufen lassen und dann gucken, ob man die Punkte findet, die dem Anwender als Fokus ins Auge springen sollen.

Visueller Anreiz muss zur Funktion passen. Beispiel: Textarea zum Erfassen von Tags vs. Kleines Textfeld zum Erfassen. Im ersten Fall ist der Benutzer versucht Sätze einzugeben, im zweiten Fall fasst er sich automatisch kurz. Grundfunktionalität einfach halten.

Usability-Test für kleines Budget: Bei Starbucks ( oder einem anderen Kafee // Zielgruppe klären ) Leute ansprechen und gegen Bezahlung des Kaffees um Feedback bitten. Notebook aufklappen, Startseite ansehen lassen, Notebook schliessen. Fragen, worum es ging. Die ersten fünf Leute finden die schlimmsten Fehler.

Mut haben, wenig genutzte Features zu killen. Überfrachtung vermeiden.

Stichwort User centered design.

Der Vortragende war Florian Bailey. Und der hat das nach meinem Geschmack super gemacht. Ich habe doch einige Anregungen mitgenommen.

( barcamphannover )

2 Kommentare

  1. Coole Zusammenfassung ! Danke :-)

  2. Ich danke Dir, das war eine wirklich ergiebige Session.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.