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Polnische Merkel-Montage

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200706Wrpost Die polnische Zeitung Wprost ziert ihre aktuelle Ausgabe [27/2007 (1279)] mit einer Foto-Montage, die unsere Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt, wie sie den beiden Zwillingen Lech Kaczyński und Jarosław Kaczyński die Brust gibt. „Stiefmutter Europas“ prangt in roten Lettern über der Montage. Und weiter heißt es „Deutschland war Polens Anwalt, jetzt ist es unser Staatsanwalt“. ist bei der polen-rundschau Online zu erfahren.

Mal davon abgesehen, dass die polnische Regierung ja im Moment wirklich nichts unversucht lässt, die doch gar nicht so schlechten Beziehungen der beiden Völker zu verschlechtern, bin ich doch überrascht, dass sich deutsche Politiker sich dem wirklich annehmen und Adjektive wie „geschmacklos“, „unerträglich“ oder „fassungslos“ verwenden.

Fakt ist doch erstmal, dass die Grafiker der guten Angela wirklich zwei schöne feste Brüste verpasst haben. Zudem weiss man doch im Allgemeinen, dass Muttermilch eine gute Sache ist.

Wenn ich dann auch noch die Ausdünstungen von SPD-Mann Markus Meckel lesen muss, der da gesagt haben soll „Polen hat in den letzten Wochen und Monaten viele Freunde verloren. Das Land sollte sich in Zukunft verstärkt Gedanken machen, wie es wieder Verbündete und Freunde gewinnt.“, möchte ich dem doch nur entgegenschreien, dass die Polen, das Polen und die polnische Regierung doch wirklich unterschiedliche Sachen sind, und ein gut bezahlter Volksvertreter sollte auch in der Lage zu sein, entsprechend zu differenzieren.

Ein Kommentar

  1. Ist wie bei der Bildzeitung, die sich über die moralische Entgleisung un Unhöflichkeit der polnischen Presse empört und im nächsten Artikel über den erfolgreichen Umgang mit den „polnischen Giftzwergen“ berichtet.

    Gehen wir also davon aus, dass die Umfragen in Polen korrekt sind und die Mehrheit der Polen den Deutschen gegenüber freundschaftlich eingestellt ist. Dementsprechend können wir wohl auch davon ausgehen, dass es bei der nächsten Wahl in Polen eine Regierung gibt, die vielleicht noch nationalistisch, aber nicht mehr isolationistisch eingestellt ist.

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