Der Besuch der Wolfsschanze hat etwas eigentümliches. Man steigt aus dem Bus und steht in einem Wald. Eben dieser Wald beherbergt die Bunkeranlagen Hitlers. Ich weiss nicht, was ich erwartet hatte. Zumal ich mich dunkel erinnere eine Reportage über die Anlage gesehen zu haben. Wenn ich die Besichtigung in einem Satz zusammenfassen müsste, dann würde es Nazi-Commedy in Urwaldromantik wohl am besten treffen. Unser Führer – also der freundliche Pole, der uns durch die Anlage geführt hat – hat uns die Anlage mit viel Witz erklärt.
Die gesprengten Bunker sind mittlerweile von viel Moos und kleinen Bäumen überwachsen. Die vielen Bäume nehmen den Anlagen ein wenig von ihren gigantischen Ausmassen. An den Bruchstellen des Betons bekommt man einen Eindruck von den Wandstärken und der Menge des verwendeten Materials. Nebenbei habe ich etwas von einer anderen deutschen Besucherin aufgeschnappt. Sie sagte, die Anlage würde sie bedrücken. Das kann ich für mich nicht bestätigen. Ich fand es grün und sehr interessant. Für mich stellt sie aber eher ein Denkmal des Wahnsinns Hilters dar, nicht unbedingt ein Mahnmal seiner Gräueltaten. Auch frage ich mich, was die Alt- und Neunazis zu dieser Anlage treibt, ist schliesslich alles kaputzki.
Aporpos. Kaputzki. Polnisch ist eine interessante Sprache. In erster Hinsicht finde ich es bemerkenswert, dass man bei einer Unterhaltung nicht mal den Hauch einer Ahnung hat, über was gerade geredet wird. Ich bin idR jemand, der versucht, ein paar Brocken aufzugreifen, um zumindest Hallo, Auf Wiedersehen, Bitte und Danke in der Landessprache von mir geben zu können. Hier in Polen habe ich in jeder Hinsicht versagt.
Innerhalb von wenigen Minuten habe ich den Wortlaut des Wortes Danke vergessen, was mir mein polnischer Begleiter mit viel Mühe beigebracht hat. Gerade mal Frau was in etwa wie Kombijetta ausgesprochen wird, habe ich behalten. Bloss bringt mir das nicht viel beim Kaufen von Wasser oder Zigaretten.
Mittlerweile haben wir es in die seenreiche Region der Woiwodschaft Ermland-Masuren geschafft. Wer sich wundert, dass man in Deutschland keine Störche mehr gibt, kurze Durchsage: die sind alle nach Polen ausgewandert. Hier scheint jedes zweite Haus über ein eigenes bewohntes Storchennest zu verfügen.
21. Mai 2006 um 15:49 Uhr
Witzig, ich hab das tatsächlich ähnlich in Erinnerung. Mein Besuch der Wolfsschanze liegt schon ein wenig zurück (War im Jahr 2000…). Ich erinnere mich noch gut an unsere Führerin:
„Bunker stabil, Beton, Schachtel in Schachtel“ und immer wieder „Taarrrnnetz – Öse in Bäume“
21. Mai 2006 um 22:25 Uhr
Moin,
das mit der Sprache kann ich voll bestaetigen, war 1990 mit den Motorrraedern 14 Tage in Polen. Verstaendigung war ein echtes Problem, obwohl meine Herzallerliebste ein Sprachgenie ist…
Selbst zeigen auf das Wort im Woerterbuch brachte manchmal interessante, aber niemals die gewuenschten Effekte hervor
Aber wirklich schoenes Land mit echt netten Menschen (Zumindest die die wir getroffen haben…) Vor allem der Suedosten, Krakau, Warschau und Danzig waren klasse.
Gruss Forthy
24. Mai 2006 um 11:14 Uhr
Ja Polen ist ein schönes Land.
So nebenbei.
Zigaretten = Papierosy (Wortlaut: Papjerossy)
Wasser = Woda (Wortlaut: Woda)
25. Mai 2006 um 12:55 Uhr
>>>>>> an Thomas
hmm das mit der Sprache ist so ein ding in Polen
wasser = woda
Schnaps = wodka (sprich=wudka)
so eng ligen manchmal die Dinger zusammen.
Ist aber herlich. Und immer wieder stellen wir fest, daß wir zu wenig Zeit mitbringen.
Gruß alsseits