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[blog]impact NRW Wahl – der Tag danach

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Ich bin jetzt fest davon überzeugt, dass die Abwahl der SPD-Regierung in NRW doch auch etwas positives hat. Ich habe in meiner 1-jährigen Blog-Karriere noch nie so viele politische andere Blog-Einträge gelesen.

Ich fände es ja nahezu revolutionär, wenn sich das halten würde. Es wäre doch wirklich prima, wenn wir alle ein wenig aus unserem Wir-können-doch-eh-nichts-ändern ausbrechen und auch mehr über Politik bloggen würden.

Klar sind Macs tolle Computer und hey, Python ist eine prima Programmiersprache (die ich selbstredend nicht beherrsche), aber irgendwie ist alles, was sich rund um diese Themen bewegt, Luxus. Sowieso scheint es den meisten Bloggern recht gut zu gehen (auch wenn ich allzeit laut und vernehmlich jammere – mir auch).

Drum wäre es doch auch mal an der Zeit – analog zu den Amerikanern (und meinetwegen auch nur als billige Old-Europe-Kopie) – als Blogger in den Wahlkampf mit einzusteigen. Wozu haben wir denn all unsere intellektuellen Fähigkeiten? Können wir die nur in Rahmen von Bits und Bytes gebrauchen? Ich will jetzt hier nicht ernsthaft schreiben, dass ein Ruck durch Deutschland gehen muss, aber ein wenig politische Bewegung in der Bloggeria würde auch nicht schaden.

Zudem ich das auch spannend finde. So lese ich in Hugos House of Weblog Horror, einem Blog in dem ich die meisten politischen Beiträgen (ja, dort gibt es regelmäßig welche) mit unterschreiben würde, dass die SPD macht mal wieder das was sie am besten kann: sich aus der Verantwortung verpissen.

Das mag ich nicht unterschreiben. Ich war auch überrascht, solche Aussagen im Radio von anderen Bürgern zu hören und in anderen Blogs zu lesen. Ich frage mich, was die SPD denn sonst machen soll? Die hat eine 3-Personenmehrheit im Bundestag, nix zu melden im Bundesrat und die CDU tut immer lustig, als wolle sie Reformen mittragen, um dann aber später klammheimlich einen Rückzieher zu machen.

Was soll es denn für einen Sinn machen, dass die jetzt noch ein Jahr dies und das vorschlagen, nur um keinen der angeregten Pläne durchzubekommen? Nene, ich finde das sehr sinnvoll.

Klar, ich mag mir nicht vorstellen, dass wir bald wieder von Schwarz-Gelb regiert werden. Und irgendwie kann ich mir auch nicht vorstellen, wie die Leute auf die Idee kommen, dass unter der CDU/FDP auch nur irgendwas einen Hauch besser werden sollte.

Seltsam finde ich ein wenig, dass eigentlich alle Blogs die ich lese, politisch eher links stehen. Gibt es irgendwo ein Blog eines halbwegs klar denkenden Erwachsenen, der mit Freunde einer schwarz-gelben Regierungsperiode entgegensieht?

2 Kommentare

  1. nicht links Also sagen wir es mal so. Ich stehe nicht „eher links“. Bislang habe ich immer schwarz gewählt, nein, bei der Wende 83 habe ich gelb gewählt, aber nur, damit die FDP die Hürde packt. Das scheinbar liberale Gehabe der FDP ist eigentlich nicht so mein Ding. Wobei ich Genscher nach wie vor für einen tollen Politiker halte. Leider macht es mir die CDU zur Zeit sehr schwer, sie zu wählen. Ich gebe Dir absolut Recht, dass ich mir auch nicht vorstellen kann, was die besser machen wollen. Es mangelt doch sehr an Führungspersonal. Merkel und Stoiber sind in meinen Augen eher geeignet für die zweite Reihe. Die SPD hätte meines Erachtens ruhig noch länger aushalten dürfen. Wer vorne steht, bekommt in diesen Zeiten ohnehin immer die Prügel ab.

  2. Ja, der vorletzte Satz trifft das Problem im Kern, das auch schon beim letzten US-Wahlkampf und der US-Blogsphäre deutlich wurde: das Netz ist links und das Netz erreicht nur das Netz. (Um es mal verkürzt zusammen zu fassen.)

    Ich für meinen Teil bin ja auch der Meinung, dass in Zeiten, in denen die Politik ohnehin kaum Spielräume hat, das Politische auch gar nicht so wichtig ist. Der Impetus der Linken, dass ein jeder Bürger sich politisch zu Partizipieren hat, scheint mir ebenso falsch wie unvernünftig. Jeder Bürger hat das gut Recht sich politisch nicht zu beteiligen und politisch uniteressiert zu sein und anderen Dingen, wie Macs und Pyhton seine Aufmerksamkeit zu widmen. Denn wenn wir mal ehrlich sind, bestimmen Macs und Python viel mehr unser Leben als Angy oder Gerhard.

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