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Kurze Probefahrt: Der neue Mini Cooper D Clubman

| 1 Kommentar

Die Finanzministerin ist dem Mini ja durchaus zugetan. Allerdings ist das Autochen wirklich nur bedingt familientauglich. Damit meine ich nicht mal den Kofferraum, da bekommt man schon einen Einkauf hinein, aber das ewige Verrenken, um den Nachwuchs in den Kindersitz auf der Rücksitzbank zu verfrachten ist auf Dauer wirklich kein Spass.

Motor / Fahrleistungen

mini_clubman_4.jpgDa ich eh bei meinem Mini noch die Sommerreifen aufstecken lassen wollte, habe ich gleich mal eine Probefahrt mit dem Mini Cooper D Clubman – dieser Kombi-Version vom Mini – vereinbart. Ich selbst bin den Wagen nur 30 km gefahren, auch nicht auf der Autobahn, kann also zu den Fahrleistungen nicht all zuviel sagen. Der Wagen hatte erst 700 km auf der Uhr und bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 41km/k einen Verbrauch von 7,7 l/100 km. Also auch nicht gerade ein richtig sparsamer Diesel.

Den Diesel-Motor fand ich relativ laut im Stand und bei niedrigen Geschwindigkeiten. Er beschleunigt den Mini nicht ganz so zackig, wie mein Benziner, aber doch noch angenehm schnell. Warum man in so einem Auto dann auch unbedingt ein 6-Gang-Getribe verbauen muss, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Ich würde eher zu dem kleinen Benzin-Motor tendieren.

Aussen und Innen
Aussen finde ich den Clubman ziemlich schick. Wenn man sich den Online-Konfigurator ansieht, dann hat man da zudem noch eine nette Auswahl an Farbkombinationen.

Innen soll der Clubman mich ja jetzt überzeugen. Durch ein familienfreundlicheres Platzangebot. Und das tut er auch. Während ich im normalen Mini nur sehr beschränkt Platz auf der Rücksitzbank finde, kann ich mir durchaus vorstellen, im Clubman – hinter der Finanzministerin sitzend – auch längere Strecken in dem Auto zurück zu legen. Ich bin beeindruckt. Und selbst wenn ich hinter mir sitzen müsste, würde das gehen.

mini_clubman_3.jpgDie beiden Flügelklappen des Kofferraums sind witzig – zudem auch kinderfreundlich. Nachwuchs 1.0 hat mit 8 Jahren beim normalen Mini durchaus Probleme die Klappe zu öffnen und zu schliessen, beim Clubman ist es sprichwörtlich ein Kinderspiel. Der Kofferraum selbst macht einen etwas grösseren Eindruck – für einen Wasserkisten-Test fehlte die Zeit.

mini_clubman_1.jpgDie zusätzliche Tür an der rechte Seite ist wirklich klasse. Das kann ich nicht anders sagen. Sie ermöglicht einem einen deutlich vereinfachten Zugriff auf die Rücksitzbank. Das Anschnallen von Nachwuchs 2.0 im Kindersitz ging ganz locker und ohne weiteren Verrenkungen von statten. So stelle ich mir das vor.

Der Mini hat ja innen wie aussen ein Facelift erhalten. Aussen ist das meines Erachtens auch gelungen. Die neue Innenraumgestaltung finde ich ganz und gar nicht ansprechend. Der Tacho ist in die Mitte gewandert. Zudem ist der riesig. Das ist mE unübersichtlich und mehr als gewöhnungsbedürftig. Ich bin ja seinerzeit den alten (klassischen) Mini auch mit Mitteltacho gefahren. Da war der Tacho aber deutlich kleiner und weiter vom Fahrerkopf entfernt, so dass man das Gefühl hatte, trotzdem alles im Blick zu haben. Beim ganz neuen Mini lenkt mich der Blick auf den Tacho vom Verkehrsgeschehen ab. ich will aber nicht ausschliessen, dass man sich daran gewöhnt.

mini_clubman_2.jpgAuch die Mittelkonsole wurde neu gestaltet. In meinem Mini gibt mir die Mittelkonsole in schnell gefahrenen Kurven durchaus Seitenhalt, in dem Clubman bin ich abgerutscht. Ungewohnt. Der Lautstärke-Drehregler steckt da mitten drin völlig losgelöst vom Rest – verstehe wer will warum. Auch die Regler für die Heizung sind mE unübersichtlich angebracht. Nett fand ich hingegen die dreistufige Sitzheizung.

So neckisch die Kofferraum-Flügeltüren auch sind, sie fördern nicht gerade die Übersichtlichkeit des Fahrzeuges. Der Blick nach hinten ist arg eingeschränkt. Mir persönlich macht das nicht allzuviel, weil ich eh eher die Aussenspiegel als den Rückspiegel benutze, die Finanzministerin hingegen fand das sehr störend.

Fazit
Ich habe den Mini Cooper D Clubman gerade mal 50 km gefahren. Zu wenig für ein echtes Fazit. Wohl kann ich aber sagen, dass der Clubman deutlich familientauglicher daherkommt als die Limousine. Das Facelift des Innenraums sagt mir gar nicht zu. In Anbetracht, dass der Mini Cooper Cubman mit dem kleinen Benziner und ein bisschen Zick-Zack um die 27.000 Euro kostet, wird klar, dass man hier nicht nur den Namen Mini/BMW extra zahlt, sondern auch den Hippness-Faktor. Als Familien-Zweitwagen taugt der Mini durchaus, allerdings bieten auch andere Hersteller heuer hübsche Kleinwagen, die dann sogar 4 Türen haben und deutlich weniger kosten.

Für Interessierte: Alex hatte den Clubman als Benziner im Probefahrer Blog vorgestellt.

Ein Kommentar

  1. Ich finde, dass der Facelift-Mini und damit auch der Clubman massiv an Ausstrahlung verloren hat: Außen stört mich die 10 cm längere Schnauze bei jedem hinsehen mehr. Die Scheinwerfer waren früher genau rechtwinklig (von oben gesehen) zur Straße angeordnet. Jetzt schielen sie ganz furchtbar nach außen. Da ist das Design echt vergurkt worden.
    Innen finde ich die Gestaltung der Instrumente auch furchtbar. Früher (dein Mini scheint das wie unserer zu haben) konnte man mit dem sog. „Chrono-Paket“ zum Drehzahlmesser vorm Lenkrad den Tacho hinzugesellen. Sonst ist er nämlich auch bei den älteren neuen Minis in der Mitte.
    Beim Clubman sind die hinteren Türen ja ganz lustig. Aber schon mal versucht, die in einer engen Parklücke zu öffnen? Vergiss es.
    Ich warte auf den neuen Fiat 500 als Kombi. Mal sehen, wie der so wird.
    Der Mini hat im Konfigurator auch locker die 30.000 Euro Marke erreicht. Für son Auto? Nur was für Neureiche.

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