Wir waren am Wochenende in Brüssel und haben Freunde besucht. Ich kann Brüssel für ein Wochenende wirklich jedem und ziemlich uneingeschränkt empfehlen. Zumal es aus unseren Breiten ja auch gerade mal 4 Stunden Anfahrt sind. Es ist eine wirklich schöne Stadt und so ziemlich jeder sollte auf seine Kosten kommen. Wir hatten nur einen richtigen Tag und sind an diesem auch 9 Stunden durch die Stadt zu laufen. Dabei haben wir irgendwie alles gesehen und doch auch nichts.
Zu ein paar Sachen kann ich etwas weitergeben.
Übernachtet haben wir im Hotel Brussels, 2 Nächte mit Frühstück für 125 Euro. Unser Zimmer war riesig und mit 2 grossen Betten bestückt. Die letzte Renovierung des Zimmers war schon schon ein paar Tage her, ich fand das aber nicht so schlimm. Preis/Leistung passt auf jeden Fall. Das Frühstück war lecker und reichhaltig. Die Tram hält direkt vor der Tür, man kann aber auch ganz bequem zu Fuss in die Stadt gehen. Parkplätze sind nicht gerade üppig vorhanden, aber auch da, zur Not kann man sich in der Hotelgarage einmieten. Wer Brüssel besuchen möchte, ohne den ganzen Tag im Hotel zu hocken, kann sich dort auf jeden Fall gut einmieten. (Google Maps)
Am ersten Abend waren wir in der Kneipe Moeder Lambic. Die haben da über 40 verschiedene belgische Biersorten. Sie verkaufen ausschliesslich Bier, welches in Micro-Brauereien hergestellt wird. Die drei Biere vom Fass wechseln ständig. Ein wirklich uriger Laden mit angenehmen Publikum und bei warmen Wetter kann man auch draussen sitzen. (Google Maps)
Die besten Pommes, so sagt man, bekommt man in Bruessel in der Friterie de la Barrière – Saint-Gilles. Eine grosse kleine Bude, in der zwei Frauen werkeln und handwerklich schön anzusehen, Pommes in Tüten verkaufen. Man hat zig Saucen zur Auswahl und preiswert ist es obendrein. Hat bei den Brüsselern wohl Kultstatus und man muss ich auch mal etwas anstellen, um in den Genuss zu kommen.
Am Samstag waren wir dann im Belgischen Comic-Zentrum. Ich mag ja Comics, habe mehrere Regalmeter im Wohnzimmer mit solchen Heftchen gefüllt. Und selbst ein Laie sollte wissen, dass Tim und Struppi aka Tintin von einem Belgier namens Herge erschaffe wurde. Den Nippesladen im Museum fand ich bruta. Die hatten da so viele nette kleine Figuren zu doch recht happigen Preisen. Und eben jede Menge Comics. Zum Glück in fränzösisch, so dass ich an mir halten konnte. Das Museum selbst ist eigentlich ganz nett, aber ich fand es auch ansatzweise langweilig, muss ich gestehen. Letztendlich kann man sich Comicseiten ansehen. Original zwar, aber dann, so eine aus einem Coic gerissene Seite tut irgendwie weh. Das meiste ist dann auch in franzöisch, für uns Deutschen gibt es aber zumindest ein deutschen Museumsführer in Kladdenform zu borgen. Ich kann mich nicht durchringen einen Besuch wirklich zu empfehlen. Wer Comics mag, kommt eh nicht dran vorbei und alle anderen sollten vielleicht doch lieber in den Park gehen. (Google Maps)
Die Altstadt von Brüssel ist sehenswert und beeindruckend. Wir haben uns aber gegen Pommes mit Miesmuscheln entschieden und sind stattdessen in toone gegangen, was für nicht ortskundige nicht unbedingt einfach zu finden ist. Letztendlich ist das Toone eine super gemütliche Kneipe mit einem Puppentheater. Der Laden ist durchaus sehenswert. (Google Maps)
Und wer eh schon in der Altstadt ist, wird wohl geteert und gefedert, wenn er nicht den Grand Place Brussel besucht, wo man wirklich schöne alte Häuser bestaunen kann. Wie hunderte andere Touristen eben auch. Wenn man den Platz am südöstlichen Ende verlässt kommt man an einem kleinen Laden vorbei, wo man wirklich furchtbar leckere Waffeln kaufen kann.
Weit weniger spannend fand ich den Jubelpark mit einer belgischen Ausgabe des Brandenburger Tors. Nenneswert und auch bemerkswert, dass in dem Park (also nicht am Tor – im Park) grüne Papageien rumfliegen. Frei. Einfach so. Die leben da. Irgendwie. Auch schon im März.
Wohl eher wieder ein echter Geheimtipp ist das Cafè des Spores. Das ist kein Cafe, sondern ein Pilz-Restaurant. Ziemlich klein und auch alles andere als preiswert, aber die Pilzgerichte, die man wie Tapas serviert bekommen kann, sind wahnsinnig lecker. Wein haben die auch. Viel Wein. Und wohl auch ziemlich guten. ich bin da ja eher unbedarf, der die Flaschen, die wir dann am Tisch haben, waren lecker, dass man den Preis verkraften konnte (Plus – Bonus – keine Kopfschmerzen am nächsten Abend). Wer dort wegen Überfüllung abgewiesen wird, sollte vielleicht mit treudoofen Hundeaugenblick fragen, ob denn nicht vielleicht im Keller ein Plätzchen über ist. (Google Maps)
Unser letzte Station in Brüssel war dann das Atomium. Wir waren schon um 10:30 Uhr dort und das kann ich nur empfehlen, weil man dann nicht anstehen muss. Das ganze Ding ist einfach beeindruckend. fand ich jedenfalls. Ob die Ausstellungen da drinne jetzt so toll sind oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Wenn man sich durch das Ding bewegt und sich vor Augen hält, dass es 1958 gebaut wurde, ist beeindruckt. So wie ich. Denke ich. (Google Places)
Und noch ein wenig was am Rande: Die Strassen in Brüssel sind gewöhnungsbedürftig. Ich habe auch schon lange nicht mehr so viele Autos hupen hören. Die Taxis sind nicht zu teuer, die Tram auch im Rahmen. Wer mal da ist und ein Taxi findet, dessen Stossdämpfer noch funktionieren, ich würde mich über eine Rückmeldung freuen. Die Damenwelt darf wohl am Wochenende nur nach draussen, wenn sie sich mit Miniröcken kleidet. Dazu vorzugsweise High Heels. Das fand ich .. uhm .. ganz ok. Achja. In Brüssel unbedingt Trinkgeld geben. Das macht man dort nicht. Und so gucken einen die Bedienungen auch an.
Kurzum. Brüssel ist eine Reise wert. Versprochen! Wer mag, hier sind ein paar Bilder bei Flickr.
15. März 2011 um 10:47 Uhr
Die Papageien waren wohl Halsbandsittiche, die gibts auch in Deutschland zuhauf. Der Wikipedia-Artikel https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Halsbandsittich hat einiges dazu.
16. März 2011 um 15:25 Uhr
wunderschön beschrieben, ich würd gleich wieder hinfahren…