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Dem Jog sein Jetset-Leben, wie es wirklich aussieht.

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Mir wurde ja jüngst gesagt, ich würde abgehoben wirken. Ich nehme Kritik durchaus ernst, wenn ich meine, dass sie berechtigt ist. Also mal hier mal ein Schank aus dem Teil meinem Jetset-Lebens, in dem ich so tue als ich wäre ich vollkommener Durchschnitt:

Wir haben ja eine Doppelhaushälfte. Und zu dem Haus gehört auch ein wenig Garten. Der Garten besteht aus zwei Teilen – einem größeren Vorgarten und einem 2 Meter 50 breitem Streifen hinter dem Haus. Und mit „hinter dem Haus“ meine ich, dass da niemand hingeht. Eigentlich sieht den auch niemand. Bis auf die Nachbarn hinter uns, aber mit denen habe ich eh nichts zu tun. Und irgendwie gab es im letzten Jahr einen ganzen Haufen „Zeugs“. Zeugs – also Kram, den man wegschmeissen will, aber man kann den eben gerade nicht zur Entsorgung bringen. Oder besser noch – Zeugs – Kram, den man eigentlich hätte wegschmeissen müssen, aber nicht will, weil man denkt, dass man ihn noch mal gebrauchen könnte, obwohl man irgendwie schon weiss, dass man ihn eigentlich nie wieder verwenden wird.

Und dann hatten wir hinter dem Haus auch noch Grünwuchs. Brombeeren. Als ich die Brombeeren vor unserem Einzug das erste Mal gesehen habe, war ich voll Vorfreude. Brombeeren ernten. Oh klasse. Ich bin nicht blöd, ich bin nur in Miethäusern aufgewachsen. Und da wuchsen halt keine Bromberen. Ich weiss jetzt auch den Grund. Das Zeug wächst wie verrückt. Und ignoriert auch völlig irgendwelches brutal Zurückschneiden. Und bist Du mal so ein halbes Jahr [Anmerk. des Blogers: „halbes Jahr“ steht selbstredend als Synonym für einen unbekannten Zeitraum, an den man sich nicht wirklich erinnert. Es ist nicht wirklich als konkrete Zeitangabe zu interpretieren.] hinterm Haus und zack – die grüne Hölle. Dann brauchst Du eine Machete.

Unsere Brombeeren waren auch sehr tolerant gegenüber den anderen edlen Gewächse, die sich zwischenzeitlich dazugesellt haben. Giersch, Brennnesseln und irgendein unattraktiver Bodendecker haben die Herausforderung angenommen und sich im sportlichen Wettkampf des Ausbreitens mit den Brombeeren gemessen. Die Brombeeren haben gewonnen, aber die Anderen haben auch alles gegeben.

Neulich hatte die Finanzministern mal wieder so einen Gesichtsausdruck, der nichts Gutes erahnen lässt. „Der Schandfleck“, begann sie und ich wusste irgendwie sofort was sie meinte. „… muss weg!“ Und den Teil meines Jet-Set-Lebens, in dem ich so lebe, dass manche meiner Leser meine, ich würde abheben, muss ich mir durch spontane Leistungen, wie die Antwort auf die obrige Aussage, die ich mit einem schnellen „Ja klar“ beantwortete, hart erarbeiten. „Ja klar!“ Super Jog.

In der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich nur 3 Stunden geschlafen und anschliessend war ich den ganzen Tag von 5 Uhr morgens an auf den Beinen. Bis 17 Uhr. Danach sass ich noch 4 Stunden im Auto und bin nach Hause gefahren. Auf halben Weg bin ich auf einen Rastplatz gefahren und habe eine halbe Stunden geschlafen, weil ich vollkommen müde war. Kurz vor Bielefeld hatte ich gerade sehr selbstbewusst beschlossen, den nächsten Tag einfach nur zu entspannen. „Ja klar!“ dachte ich. Zwei Mal. Das erste Mal noch sehr selbstbewusst. Das zweite Mal resignierend.

„Der Schandfleck“ ist nun also beseitigt. Ein Teil vom „Zeug“ liegt im Auto, zur Ablieferung bei den Umweltbetrieben. Der andere Teil ist sinnvoll verstaut. Um 12 Uhr habe ich gestern angefangen. Nach 1.5 Stunden hat die Finanzministerin sich meiner erbarmt und mir geholfen. Um 6 Uhr waren wir fertig. Ich bin auch fertig. Vollkommen. Achja, Brombeeren haben wir jetzt nicht mehr. Dafür habe ich Rücken. Und Kreuz und Beine. Alles.

4 Kommentare

  1. Na dann, willkommen zurück bei den Normalsterblichen. Ob Sie zwischendurch abgehoben waren, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Sie haben es halt einfach drauf, alltägliche Dinge wunderbar anders zu beschreiben.
    Unser hiesiges Südhamburger Unkraut schädigt ca. alle 2 Wochen haupsächlich meine Knie, ich habe aber derzeit das größte Verstädnis und Mitleid für Ihren Rücken.

  2. Oha, der feine Herr Jetsetjog weiß nicht mal seine Brombeeren zu schätzen. ICH zum Beispiel habe gar keine Brombeeren. Und was würde ich für Brombeeren geben! Und da kommst Du her und holzt Deine einfach ab. Wie der Lagerfeld. Pah. Schnösel!

    😉

  3. Oh, ein eigenes Telefon hat der feine Herr auch. Da fehlt ja nur noch das Ferienhaus auf Sylt. Pffft.

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