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Freunde fürs Leben – nicht

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Nachwuchs 1.0 – Kinder wie die Zeit vergeht – schliesst in ein paar Wochen die Kita-Karriere ab und wendet sich dann der Schullaufbahn zu. So hatte ich in den letzten Wochen ungeahnt viele Kontakte zu anderen Eltern. Und wer mich kennt, weiss, wie sehr ich so etwas schätze. Im Rahmen der Verabschiedung aus der Kita ist es bei uns so üblich, dass die Eltern „etwas“ aufführen. Aufgeführt haben sich die Eltern in der Tat. Himmel.

Ein Elternpaar hat offensichtlich Ambitionen, ein professionelles Theaterstück mit künstlerisch wertvollem Anspruch zu zeigen. Vor einem Haufen 1-6jährigen und deren Eltern. Respekt. Andere Eltern bekommen gerade Torschluss-Panik und denken, sie hätten ihrem Kind nicht genug gegeben und gehen jetzt mit den anderen Eltern auf Kuschelkurs.

Das hat in einem gemeinsamen Abendessen gestern geendet. ich gestehe – der Abend war bei weitem nicht so katastrophal, wie ich angenommen hatte. Ich hatte sogar ansatzweise Spass. Also ganz ansatzweise. Aber dann. 80% dieser Eltern werde ich vermutlich nie wieder sehen – und das betrübt mich so gar nicht. Zweckgemeinschaft aufgelöst. Fertig. Weiter. Als dann zwei Mutter gestern abend noch loszogen, „um mehr Wein zu besorgen“, hatte ich das große Verlangen, meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. Ich wollte nach Hause. Man mag es kaum glauben – aber ich habe Freunde! Es werden natürlich immer weniger, weil ich so ein Kotzbrocken bin, aber auf eine kleine Schar kann ich immer noch zurückgreifen. Warum um alles in der Welt soll ich also noch weiter auf einem Kinderstuhl (meine Knie!) an einem Kindertisch sitzen und fremden Leuten zuhören, wie sie Dinge aussondern, die ich im Fernsehen auch einfach wegzappen würde.

Die Finanzministerin hat dem Nachwuchs 2.0 einen Schnippel-Kalender gebastelt. Jeden Tag kann das Kind einen Abschnitt abschneiden und sieht so das Ende der Kita-Zeit nahen. ICH liebe diesen Kalender und bekomme jedes Mal Atemnot, wenn das Kind am frühen Morgen den passenden Abschnitt noch nicht entfernt hat.

2 Kommentare

  1. Du hast mein tief empfundenes Mitgefühl! Ich erinnere mich aber schon gar nicht mehr an den KiTa-Abschied 1.0… Wahr wohl doch nicht so schlimm. Für das „wir tanzen im Hof ein Dankesschön“ waren wir immerhin nicht verantwortlich!

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