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Die Professionalisierung der Bloggeria – Who’s your daddy?

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Robert Basic haut im Moment einen spannenden Artikel nach dem anderen heraus – zumindest, wenn man selbstreferenziert genug ist, um sich um das Treiben in der Blogosphäre zu kümmern. In seinem gestrigen Beitrag Warum es Blogger nicht leicht haben, auf Vollzeit zu switchen schreibt er über die Monetarisierungsmöglichkeiten von Blogger, die Ihnen den Schritt in die Selbstständigkeit als „Blogger“ ermöglichen.

In seinem Beitrag meint er, Blogger sollten Vermarktungseinheiten gründen, die Ihnen einen höheren TKP (Tausenderkontaktpreis = 1.000 Leute besuchen Dein Blog und Du bekommt für diese 1.000 und alle weitere einen bestimmten Betrag) ermöglcihen. Ich sehe neben diesem Modell ein Weiteres, von dem ich ausgehe, dass es sich in den nächsten 2 Jahren durchsetzen wird. „Themenfernes Blogbranding“ würde ich das Prinzip nennen. Blog Brand ambassadorship könnte man es auch nennen. Als Beispiel. Ich suche mir ein Thema, über das ich selbst nicht schreibe, was aber durchaus zu meiner Zielgruppe passt. In meinem Fall wären das beispielsweise Uhren. Um eine Marke als Beispiel zu nennen: Fossil (liegt gerade neben mir). Fossil zahlt jeden Monat einen Betrag X, bekommt dafür einen Banner in meinen Blog und ich stelle jeden Monat eine Uhr oder ein Event von Fossil vor. Die Werbung/das Sponsoring hebelt nicht meine Unabhängigkeit bei allen anderen Themen aus, über die ich sonst so schreibe. Der Hersteller bekommt mit mir aber ein Sprachrohr mit Reichweite und Reputation (ok, vielleicht bin ich nicht das beste Beispiel – wobei selbst das unsinnig ist. Reichweite ist sicherlich ein wichtiger Faktor, aber nicht der alleinbestimmende. Relevanz wird immer wichtiger. Relevanz lässt sich momentan noch schwer messen, aber auch das wird kommen).

Das Prinzip lässt sich sehr schön auf Themenblogs anwenden. Ein Caschys wird von Frosta, Fossil oder RedBull gebrandet. Eine Anna Frost von Mercedes-benz, Audi oder Lufthansa. Autoblogger Rad-ab.com von H&M, Duftbaum oder RWE. Die Industrie ist aufgewacht und sucht Partner im „social media“-Bereich, zieht aber schon die Gelder aus den Netzwerken wie Facebook ab, um sie in Mouth-to-Mouth-Marketing zu investieren. Und wir „Blogger“ können dieses Thema auch bedienen – ohne uns zu verbiegen.

Zudem merkt man auch, dass die zwischengeschalteten Agenturen sich entwickelt haben. „Blogger“ werden mittlerweile von den ersten Agenturen als Partner wahrgenommen und nicht als Abladeplatz für unsinnige Pressemitteilungen. Man fängt miteinander zu arbeiten und nicht aneinander vorbei. Der Dialog funktioniert sogar. Die logische Konsequenz daraus werden Blogger-Agenturen – analog zum Model-Geschäft. Ein Hersteller/eine Agentur wird sich an eben diese Agenturen wenden, die dann je nach Budget Blogger mit Relevanz und Reichweite vermitteln können. Der Blogger muss sich nicht mehr darum kümmern, dass das Spice fliesst, der Kunden weiss, dass die Leistung, die er sich erkaufen will auch geliefert wird.

Und das Ganze wird schon parallel zur Print-Welt entwickeln. Völlig losgelöst davon. Als weiterer, ergänzender (!) Kanal für die Industrie. So zumindest meine Vision.

2 Kommentare

  1. Eine wirklich schöne Vision.

    Aber es wird wohl nur eine Vision bleiben.

    Die eigentliche ‚Börsenwert‘ eines Blogs beziffert sich in Besucher im Schnitt pro Tag und Monat.

    Alle Branding-Maßnahmen würden also nur bei den Blogs greifen, die eh schon einen entsprechenden Platz an der Sonne haben.

    Und da der Markt von der Nachfrage abhängt und die Nachfrage nur so groß sein kann, wie es deutschsprachige Internetnutzer gibt, wird der Markt auch zukünftig – meiner Meinung nach – nur eine Handvoll Blogger voll ernähren können.

    Vermutlich werden diese aber richtig gut satt werden können 😉 Und ganz klar, dass diese Sonnenplätze noch härter umkämpft werden als bisher, mit Mitteln die eh schon nicht jedem Normal-Blogger zu Verfügung stehen 😉

    Die Masse der Blogger wird sich vermutlich auch weiterhin mit Diätkost zufrieden geben müssen, aber der Spaß an der Sache sollte sowieso im Vordergrund stehen, oder?

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