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Lyndon Harris – gefallener Volksheld (III)

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Ich habe heute unerwartet eine E-Mail von Hartmut Hanauske, dem Author des ZEIT ONLINE-Artikels über Lyndon Harris, erhalten.

Unter anderem hat er mich auf den Artikel Zehn Jahre 9/11: Spendensammler bereichern sich selbst im Tagesspiegel von Lars Halter aufmerksam gemacht. Dem Tagesspiegel ist folgende Gegendarstellung zugegangen, von der ich zumindest im Netz nichts finde.

Ich frage mich hier ja durchaus, wie das mit dem Presserecht und Gegendarstellungen rechtlich gelöst ist. Der Gegendarstellungsanspruch im Internet bei Medien- und Presserecht verstehe ich nicht wirklich. Ich würde ja denken, dass man unter den entsprechenden Artikel zumindest einen Link zu der Gegendarstellung anbringen müsste. Im vorliegenden Fall findet sich beim tagesspiegel.de unter dem Suchbegriff „Lyndon Harris“ zumindest nur ein Eintrag.

Macht ja nichts, lieber Tagesspiegel. Ich bin ja gar nicht so. ich werde die Gegendarstellung einfach bei mir hier hinterlegen und in Eurem Artikel einen entsprechenden Kommentar posten:


Sehr geehrter Herren,
in einem Artikel mit dem Titel „Spendensammler bereichern sich selbst“, den DER TAGESSPIEGEL am 31.8.2011 veröffentlichte und der Herrn Lars Halter als alleinigen Autor angibt, werde ich namentlich genannt und ehrenrührig vorgestellt. Die Einlassungen von Herrn Halter sind faktisch inkorrekt. Ich ersuche Sie daher höflichst um die unverzügliche und zitierfähige Veröffentlichung des nachfolgenden Textes in Ihrer Publikation, als Gegendarstellung oder Leserbrief, um den Auswirkungen seiner falschen Tatsachenbehauptungen entgegewirken zu können.
Hochachtungsvoll, Lyndon Harris

Gegendarstellung zum Artikel „Spendensammler bereichern sich selbst“, in DER TAGESSPIEGEL vom 31.8.2011



In einem Artikel mit dem Titel „Spendensammler bereichern sich selbst“, den DER TAGESSPIEGEL am 31.8.2011 veröffentlichte und der Herrn Lars Halter als alleinigen Autor angibt, werde ich namentlich genannt und und vorgestellt mit den Worten : „Zu den dreistesten 9/11-Profiteuren gehört Reverend Lyndon Harris. Der Geistliche … gründete die Organisation Sacred City und sammelte Spenden für einen ‚Garten der Vergebung‘ an Ground Zero.“

  1. Herr Halter bezichtigt mich öffentlich des Betruges. Sein Artikel benennt dem deutschsprachigen Leser aber keine Quelle für diesen Anwurf. Herr Halter hat mich zu keinen Zeitpunkt kontaktiert, ich habe mit ihm niemals gesprochen.
  2. Die folgende Aussage Herrn Halters ist eine nachweislich falsche und, da ohne jedwede Datierung, in die Irre führende Tatsachenbehauptung: „Satte 200 000 Dollar nahm Harris ein, von denen er sich zunächst ein großzügiges Gehalt von 126 530 Dollar zahlte, dazu kamen mehr als 3 500 Dollar für Restaurantbesuche. Für den Garten blieb nicht viel übrig“ (Zitat).
    1. Nicht ich nahm jene 200 000 Dollar ein, sondern Sacred City, eine nach amerikanischen Steuerrecht gegründete und streng überwachte Organisation, deren Gründungsdokumente und jährliche Steuerklärungen öffentlich zugängig sind.
    2. Nicht ich zahlte mir ein Gehalt, sondern den gesetzlichen Vorschriften entsprechend und unabhänigig setzte der Vorstand ein Gehalt fest. Wie aus den öffentlichen Steuerklärungen ersichtlich, bezog ich ein Gehalt lediglich in den Jahren 2005 bis 2007. In dieser Zeit ließ ich mir nur die Hälfte des zugesprochenen Gehaltes auszahlen, um mehr Geld für die Ziele von Sacred City, u.a. Gärten, zu haben.
    3. Nicht ich ließ mir Restaurantbesuche bezahlen, sondern Sacred City bezahlte Empfänge für eingeladene Ehrengäste in Übereinstimmung mit dem erklärten Zweck der Organization, am 13.3.2005 etwa für die Psychoanalytikerin Alexandra Asseily, die Gründerin des Gartens der Vergebung in Beirut, Libanon (en.wikipedia.org/…).
  3. Die folgende Aussage Herrn Halters ist eine nachweislich falsche Tatsachenbehauptung: „Für den Garten blieb nicht viel übrig. Egal, denn mit den Planern in New York war ein solches Projekt ohnehin nie abgesprochen worden. Es gibt den Garten nicht, und geplant ist er auch nicht “ (Zitat).
    1. Entgegen der Behauptung Herrn Halters wurde der Plan für einen Garten der Vergebung an Ground Zero wiederholt nicht nur öffentlich von Sacred City diskutiert, nachgewiesen etwa durch eine Dokumentation, die seit Jahren auf Youtube zu sehen ist (youtube.com/…). Der Plan für einen Garten der Vergebung an Ground Zero wurde von mir auch „den Planern in New York“ wiederholt vorgetragen, z.B. dem Community Board No. 1 ( etwa Seite 2 von : www.nyc.gov/… ).
    2. Entgegen der Behauptung Herrn Halters wurde ein Modell eines “ ‚Garten der Vergebung‘ an Ground Zero “ in New York verwirklicht von Sacred City und ist gedacht als proof-of-concept. Dieses Modell befindet sich im Stuyveant Square Park, 2nd Avenue und 16. Straße, weniger als drei Meilen von Ground Zero entfernt (gardensofforgivenessnetwork.pbworks.com/…).
  4. Sofern sich Herr Halter auf eine siebenundneunzig (97) Paragraphen lange Meldung der Associated Press vom 25. 8. 2011 (Autoren: B. J. Blackledge und D.B. Caruso) beziehen sollte, welche in nur zwei (2) Paragraphen Sacred City und mich erwähnt, hat er diese Quelle nicht nur nicht benannt. Dieses AP Quellen-Dokument ist leicht zu finden, etwa bei: www.huffingtonpost.com/…; www.trentonian.com/…;www.3news.co.nz/…. Herr Halter hat dieses Quellen-Dokument, dessen faktisch korrekte Berichterstattung ich durch Hinweis auf Dokumente bereits nachdrücklich bestritten habe, noch weiter verfälscht.
    1. Weder das – nachweislich inkorrekte – Quellen-Dokument der AP noch die dieses Dokument zitierenden Journalisten, wie etwa John Stossel und Bill O’Reilly in einem am 30.8.2011 gesendeten, 35 Sekunden langen Segment von FoxNews, haben je behauptet, „mit den Planern in New York war ein solches Projekt ohnehin nie abgesprochen worden“.
    2. Weder das – nachweislich inkorrekte – Quellen-Dokument der AP noch die dieses Dokument zitierenden Medien verstiegen sich dazu, mich als den zu allererst zu benennenden „dreistesten 9/11-Profiteur“ anzuprangern, wie Herr Halter dies tut; oder mich in den Mittelpunkt des Berichtes zu stellen mittels eines hohen Prozentsatzes der verwendeten Worte – einzig Herr Halter hat sich diesem Zweck hingegeben, mit 14.1% aller in seinem Artikel verwendeten Worte.

Bar jeglicher journalistischer Sorgfalt, ließ Herr Lars Halter zu, daß DER TAGESSPIEGEL am 31.8.2011 ein verzerrtes Plagiat publizierte: ohne jedwede Quellenangabe, nachweislich von seinen privaten Erfindungen entstellt, verleumderisch ad hominem gerichtet.


Da frage ich dann beim Tagesspiegel mal fix nach, was denn aus der Gegendarstellung geworden ist.

Wer nach der Lektüre des vorgenannten ZEIT-Artikels ein kleines Zeichen setzen möchte, bei Facebook gibt es eine Seite Respect for Lyndon Harris.

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