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Bloggergate? Die spinnen, die Gutblogger!

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Mir brennen seit Tagen die Oberschenkel, weil ich mir jedes Mal wieder beherzt und von einem schallenden Lachen begleitet auf eben diese schlage, wenn ich auch nur das Wort Bloggergate lese. Der einzige Skandal an der ganzen Geschichte ist doch, dass es da Leute gibt, die sich massiv unter Wert verkauft haben, oder?

Ich habe da noch nie einen Hehl draus gemacht – ich bin käuflich und ich verdiene Geld mit meinem Blog. Nicht mehr so viel wie früher, aber in der Regel immer noch mehr als ein Hartz IV Empfänger von Vater Staat bezahlt bekommt. Und im Übrigen versteuere ich diese Einkünfte auch brav.

So habe ich selbstredend auch von dem Programm der Onlinekosten GmbH gehört. Ich fand das aber wenig spannend, weil es pro Beitrag/Link nur einmalig 50 Euro geben sollte. Das ist mir persönlich einfach zu wenig. Aber im Grunde – wenn ich jetzt Student wäre oder so, dann sind 50 Tacken für max. eine Stunde Arbeit natürlich eine Menge Geld, die würde ich auch mitnehmen.

Nico Lumma meint: Ich bin generell dafür, daß Blogger mögliche Interessenkonflikte offenlegen und natürlich auf Schweinkram wie bezahlte, nicht gekennzeichnete Keywords in Artikeln verzichten. Ich meine, dass ein Ereignis erstmal eine gewisse Relevanz haben muss, bevor ich mir überhaupt die Mühe mache, etwas zu kennzeichnen. Denn wenn ich in irgendeinem alten Beitrag einen Link verkaufe, dann schreibe ich bestimmt keinen neuen Eintrag, um darauf hinzuweisen.

Letztendlich denke ich, sollte jeder selbst wissen, wofür und für wieviel er sich verkauft. Dass es jetzt aber Stimmen gibt ( jaja, Ihr Gutblogger kann ich eh nicht leiden ), die mit Moralverfall und Bloggerethik kommen, ist so lächerlich. Ich meine Robert Basic hatte mal vor Urzeiten eine Umfrage – Wie viel Geld muss man Euch geben, damit ihr einen Blogeintrag verkauft? Da kamen dann Antworten wie „nicht unter 1.000 Euro“ von ihren welchen Gestalten, die vermutlich nicht mal 100 Leser am Tag hatten. Und ich halte auch jede Wette – wenn man denen, die jetzt gerade wieder am Lautesten schreien, 1000 Euro unter die Nase hält, dann sind die ganz plötzlich still und fangen an zu tippen.

Und im Übrigen – das Ganze „Bloggergate“ zu nennen, zeigt auch noch, wie wenig der gute Sascha Pallenberg wirklich von der ganzen Materie zu verstehen scheint. Denn die Aktivitäten der Onlinekosten GmbH sind weder eine innovative Idee, sondern werden schon seit langem von anderen Anbietern in weit professionellerem Stil betrieben. Und wenn ich mich schon so weit damit auskenne, obwohl ich mich im letzten Jahr so gar nicht mit der Materie beschäftigt habe, dann kann man wohl auch davon ausgehen, dass die ganze Geschichte so bedeutend ist, wie die eifrigen Mitteilungen meiner Mutter, die im Fernsehen gesehen hat, dass die bösen einen jetzt per Webcam ausspionieren. Meines Erachtens ist hier gerade eine Menge Populismus im Spiel.

Wenn es jedoch dem Sascha Pallenberg darum geht, seine Domain zu stärken und seine Werbeumsätze zu pushen, weil man bestimmt mit Netbooks heuer keinen Grundschüler mehr hinter dem Nintendo DS herlockt, dann verneige ich meinen Kopf in Demut und rufe euphorisch JEHOVA JEHOVA!

6 Kommentare

  1. …Amen! Jog is back:-)

  2. Schönes Ding … Ach, die gute alte „Bloggeria“ und ihre Wehwechen. Bald ist dann wieder re:publica, da brauchen die ja auch Themen. 😉

  3. Wohl gesprochen, der Herr Jog. Und ich hätte die 50 Tacken mit eingesackt 😉

  4. Hey, ich glaube, ich bekomme noch 20 Euro für nen Beitrag, wo ich mal irgendein Projekt von dir verlinkt habe. :mrgreen:

  5. Mann! So einen langen Text hast du aber schon seit gefühlten 12 Monaten nicht mehr verzapft. Insofern: Danke, Sascha.

    Und noch nicht mal ein Amazon Link ist drin… ^^

  6. Sehr geil. Der beste Beitrag über Pallenbergs-Furz-Wehwehchen.

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