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Neulich beim Frisör

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Älter werden, so hört man manche Leute (die, achtet mal drauf, in der Regel älter sind als man selbst) soll ja angeblich auch seine guten Seiten haben. Ich sehe diese Seiten nicht. Oder wenn ich mal kurzfristig eine erkenne, verblasst sie postwendend neben all den Nachteilen. Wie auch immer.

Neulich war ich das erste Mal seit 20 Jahren in einem Frisörsalon. In der Zwischenzeit habe ich meine schüttere Haarpracht von einem Familienmitglied trimmen lassen, was ich eigentlich sehr schätze. Nun war es vor ein paar Tagen aber so, dass ich zu einem potentiellen Neukunden mussten und diesen nicht in Form einer schlechten Karrikatur von Wolverine im Anzug gegenübertreten mochte.

Also bin ich zum Frisörsalon um die Ecke: „Einmal kurz, bitte.“ Die Dame, die dann ihr scharfes Eisen auf meine spärliche, aber doch langgewachsene Haarpracht losgelassen hat, schien auch ihr Handwerk zu verstehen – und weit wichtiger – hat nicht versucht mich auszufragen oder voll zu quatschen. Dann jedoch zum Ende, als alle Haare die gewünschte Länge hatten, führte sie schnipp schnipp ein paar Streiche an meinen Ohren durch.

Ey! Hömma Truse! Was Du da auch immer machst, lass es! Ich habe keine Haare, die mir aus oder auf den Ohren spriessen. Und selbst wenn ich welche hätte, dann würde ich mir die in der Abgeschiedenheit und Privatsphäre meines Badezimmers still und heimlich entfernen.

Älter werden. Prima. Ne ehrlich. Die Geheimratsecken nehmen eine Form an, dass man die Harre eher als die Ecke bezeichnet, die da noch tollkühn die eigene Stirn zu schmücken versucht, aber sonst – als hätte der eigene Körper den Bezug zur Wirklichkeit verloren – spriessen an allen Ecken und Enden Haare. Ist doch alles blöd.

3 Kommentare

  1. mir wurde beim letzten besuch beim frisör ein prüfender blick der augenbrauen angedeihen lassen, mit dem fazit „ne, da spriesst nix, da müssen wir nicht ran!“.

    aber die nummer mit den ohren habe ich seit ein paar jahren. echt spannend, mal sehen was da noch kommt 😉

  2. Mit dem Alter kommt auch die Gelassenheit. Irgendwann ist es dir auch egal, dass dir ständig ein Tropfen an der Nase hängt. 😉

  3. blöd war es, als ich bemerken musste, dass beim Regen die Regentropfen ungebremst direkt die Kopfhaut erreichen. 😉

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