Mein USA-Trip liegt ja schon ein paar Tage zurück. Zeit für eine kleine Zusammenfassung.
Ich bin in Düsseldorf abgeflogen. Ich mag den Flughafen nicht. Vollkommen unübersichtlich und die preiswerten Parkplätze waren alle belegt. Allein die Schwebebahn – sky train genannt – ist ansatzweise lustig. Der Flug nach Chicago war unspektakulär, allerdings konnte ich mal wieder nicht schlagen schlafen. Das Entertainment-Paket der Lufthansa ist aber deutlich besser als das von KLM – auch die Bedienung. Ich ziehe ja Touchscreens jedem seltsamen Joystick vor. Chicago ist ein toller Flughafen, weil man den Flughafen verlässt, wenn man von einem Terminal zum anderen muss – sprich ich konnte rauchen! Yes! Ich hatte mir bei Alamo einen SUV reserviert, hatte aber die Hoffnung, einen Camaro oder einen Dodge Challanger zu bekommen. Der Typ von der Vermietungsstation in Louisville, Kentucky war zwar ne Wucht und extrem unterhaltsam und bemüht, das Attraktivste, was er mir zu bieten hatte, war aber ein Ford Taurus. Übermüdet, wie ich war, habe ich den auch genommen:
Der Ford Taurus entspricht wohl in etwa der C-Klasse. Es ist ein geräumiges Fahrzeug und ideal für längere Strecken. Die Sitze sind prima, der Verbrauch gefühlt (nicht gemessen) ok. Wenn man aufs Gas tritt, passiert durchaus etwas. Im Grunde ist es aber eine eher langweilige Karre. Das (Sirius-) Radio war so lala, die Boxen haben viel zu früh abgeregelt, dafür gab es in der Mittelkonsole ein AUX-in für das iPhone. Ich habe in den 9 Tagen etwa 1.000 Meilen zurückgelegt.

Die ersten beiden Tage in Louisville waren Shopping angesagt. Ich war mit meiner liebenswerten Gastgeberin Shoppen: eine Nikon D3S, ein 14-24mm, ein 85mm 1.4, ein MacBook und ein iPad. Ich habe ein 85mm f1.8 bekommen – tolle Linse dazu aber später mehr. Da es Probleme mit dem Kreditkartentageslimit gab, hatte ich zwischenzeitlich mal 10.000 US$ im Schoss liegen. Hatte was. Die Bezahlung erfolgte dann im hinteren Teil des Ladengeschäftes, wobei ich es lässig fand, wie der Verkäufer, das Geld in den offenen Safe geworfen hat. Im Apple-Store in der Mall wollte ich mir eigentlich noch ein TomTom mitnehmen, hatte ich auch, allerdings war das für den iPod touch und beim späteren Versuch das Umzutauschen gab es keins für iPhone. Pah.
Am zweiten Tag durfte ich einem besonderen Schauspiel beiwohnen. Einem Indoor-Wasserfall. Ein verstopfter Abfluss in der Dusche im Obergeschoss des Hauses der Gastgeberin sorgte dafür, dass das Wasser eben nicht durch die dafür vorgesehenen Rohre ablief, sondern sich eine alternativen Weg durch die Decken vom Obergeschoss in den Keller bahnte. Hatte durchaus etwas, und am späten Abend konnten wir darüber auch schon herzlich lachen. Ein Kronleuchter, der statt Licht Wasser spendet – muss man mal gesehen haben. Eigentlich eine perfekte Vorbereitung für den Trip nach Tennessee am kommenden Tag.
Nennenswert ist auch noch der Abstecher in das ultra pop einem ziemlich coolen Laden mit allerlei Nippes (in dem ich mir eigentlich noch 2-3 T-Shirt kaufen wollte, aber eben nicht schon alle Kofferressourcen am ersten Tag aufbrauchen mochte) und der Besuch des Bluegrass Music Festival, bei dem die Band eines Freundes aufgetreten ist.
Am dritten Tag haben wir uns dann aufgemacht zu unserem Photo-Trip nach Tennessee zu dem Tennessee State Park Fall Creek Falls. Auf dem Weg haben wir noch im Bernheim Forest halt gemacht – einem Areal, was seiner Zeit von einem Deutschen angelegt wurden und heute – für die Amis zugeschnitten mit massenhaft Strassen und Parkplätzen, ein Dre-in-park sozusagen – als Naherholungsattraktion dient. Der Spass war allerdings begrenzt, weil der besagte Tag ein Feiertag war und all die zahlreichen Parkplätze und vor allem schattigen Plätze belegt waren.
Der Weg war unser Ziel und so sind wir gemütlich über die backroads zu unserem Ziel geeiert. Eine wunderschöne, ruhige Strecke mit Tabbakfeldern am Rand der Strasse und jeder Menge Scheunen in denen eben dieser zum Trocknen aufgehängt war. Die letzten Meilen ist dann meine Begleiterin gefahren und ich habe richtig Angst gehabt. Nicht, weil sie keine gute Fahrerin war, sondern weil es mittlerweile stockdunkel geworden war und die Strasse so arg auf und ab ging und brachiale Kurven hatte, dass sie in Deutschland mit Bestimmtheit eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h bekommen hätte. Im Dunkeln haben wir dann unser (gar nicht so) kleines Ferienhäuschen bezogen.
Wie toll dieses Häuschen wirklich war, ist mir dann erst am nächsten Morgen klar geworden. Den Sonnenaufgang auf der zum See gewandeten Terrasse erleben zu dürfen, war ein Fest für die Sinne. In diesen zwei Tagen habe ich jeglichen Stress einfach hinter mir gelassen und bin eins mit der Natur und der vorherrschenden Ruhe geworden. Die Häuschen waren zwar fast alle vermietet, aber bei unseren Streifzügen durch den Park haben wir nie viele Menschen gesehen.
Nicht nur, dass ich dieses Kleinod der Ruhe erleben durfte, ich hatte dazu noch das Glück eine professionelle Photografin inkl Ausrüstung als Begleitung zu haben. Ich hatte also die Wahl zwischen diversen Linsen – das komplette Spektrum von 14 bis 200mm bei f2.8 stand mir zur Verfügung, wie auch nebem meiner D3 noch eine D700 und eine D3S. Zudem war meine Begleitung nicht nur geduldige Ratgeberin, sondern ein ebenso geduldiges Modell.
Der Zeitpunkt unserer Reise hatte den Nachteil, dass der Spätsommer dort den Höhepunkt der Trockenzeit bildet, die Wasserfälle also eher vor sich hin plätscherten, denn reissende Naturgewalten darstellten. Der Vorteil hingegen war, dass wir in den ausgetrockneten Flussbetten herumklettern konnte, was auch sehr eindrucksvoll war. Wer jemals dort in der Gegend ist, sollte auf jeden Fall einen Zwischenstop einplanen.
Leider war meine Zeit sehr begrenzt, so dass wir uns an unserem zweiten Tag dort auch schon wieder auf den Rückweg gemacht haben – diesmal über die Interstate. Denn auf dem Rückweg war nicht nur ein Stop bei einem Freund, den ich schon 17 Jahre nicht mehr real gesehen hatte, geplant, sondern auch eine Besichtigung des National Corvette Museum in Bowling Green, Kentucky. Das Museum ist typisch amerikansich (nein, man fährt da nicht durch) aufgebaut. Die Autos an sich sind ja schon klasse, die ausgestellten Fahrzeuge wirklich schön. Der Eintritt kostet 10 US$, man kann dort gut eine Stunde verbringen. Meine Empfehlung.
Die nachfolgenden zwei Tage waren dann zum Gammeln und Amerika geniessen da. Donutfrühstuck. Diverse Besuche eines kleinen, genialen Cafes in der Nachbarschaft, Besuch einer Grundschule und dem Muhammad Ali Center. Letztes (eigentlich alles) kann ich auch empfehlen. Jeder sollte mittlerweile wissen, dass Muhammed Ali nicht nur ein begnadeter Boxer war, sondern auch ein Bürgerrechtler und Friendensbotschafter der Extraklasse ist. Das Museum selbst hat mehrere Etagen. Die oberste fand ich am interessantesten, da man dort viel über seine Bürgerrechtsaktivitäten nachlesen und -hören konnte.
Am Freitag abend war dann die erste Veranstaltung des Klassentreffens (der Jahrgang, der nach meinem Austauschschülerabschlussjahrgang dran war) in Form eines Grillfestes, bei dem ein Schwein gegrillt und zerlegt wurde. Am Samstag abend gab es dann die Gala-Veranstaltung auf der ich photographiert habe. Locker flockig, mit meiner D3 und der geborgten D3S. Ich kam mir schon mächtig professionell vor und habe auch eine Menge gar nicht so schlechter Bilder geknipst.
Die Nacht zum Sonntag habe ich dann durchgemacht. Am Sonntag um 8 Uhr hat mein Flieger nach Chicago abgehoben. Vom Flug habe ich nichts mitbekommen. Von Chicago ging es dann nach Toronto – auch diesen Flug habe ich komplett verschlafen. In Toronto hatte ich 5 Stunden Aufenthalt. Das war aber gar nicht schlimm. Zum einen hat mich der Pilot mit seinem Mietwagen eingesammelt und wir hatten zusammen einen Sandwich (apropos, ich habe mich fast ausschliesslich und genüsslich von fastfood ernährt und kein Kilo zugenommen!!!) in Toronto (surreal, freaky und irgendwie ziemlich cool), zum anderen gibt es im Flughafen KOSTENLOS!!! WLAN. Super. Den kompletten Rückflug konnte ich dann schlafen und bin nur zu den beiden Fütterungen wach geworden. Optimal. Wieder zu Hause war dann die Wiedersehensfreude gross. Wer noch mehr Bilder sehen will, von meinen über 1000 Fotos habe ich eine Auswahl von 95 Photos bei Flickr eingestellt.
Rumdum war das ein genialer Urlaub. Alles dabei. Nächstes Jahr geht es dann mit der ganzen Familie rüber, 2013 … vielleicht Alaska? Wenn ich nicht solchen Schiss vor Bären hätte.























25. September 2010 um 10:37 Uhr
Wen wolltest du den “schlagen”??
Sorry, musste sein!
Viele Grüße,
joos
26. September 2010 um 08:49 Uhr
Corvette-Museum? I like!
Liest sich toll und ich bin ein wenig neidisch.