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Ford Mustang als Mietwagen in den USA | Hertz – ein Erfahrungsbericht

| 12 Kommentare

Wenn mein letzter Amerika – Aufenthalt nun schon ein halbes Jahr zurückliegt, so wollte ich doch schon seit langem noch ein Mal etwas genauer über meine Erfahrungen mit dem Mietwagen dort berichten. Ich hatte mir doch seinerzeit als Mietwagen einen Ford Mustang bestellt. Als Limousine. Und dann durch glückliche Fügung ein Ford Mustang Cabriolet bekommen. Der Spass hat mich für 7 Tage US$ 381.24 gekostet und ich nehme wohl nicht viel vorweg, wenn ich sage, dass sich jeder Cent gelohnt hat.

Ford Mustang Convertible

Einen Ford Mustang als Mietwagen in den USA buchen
Als ich das OK der Finanzministerin für meine kleine USA-Reise hatte, habe ich mich an die Planungen gemacht. Ich brauchte auf jeden Fall einen Mietwagen. Und ich hatte hier und da schon gelesen, dass man auch nettere Autos bekommen kann. Seit jeher träume ich davon mal einen ’66 Ford Mustang zu fahren. Einen Oldtimer zu leihen ist aber bestimmt nicht nur extrem teuer, ich habe in den Staaten über das Internet keinen passenden Verleiher gefunden.

Der Autovermieter Hertz bietet ( nach meinen Recherchen als einziger ) jedoch aktuelle Modelle des Ford Mustangs – sowohl als Limousine als auch als Cabriolet – und der Chevrolet Corvette an. Die aktuellen Mustang Modelle finde ich sehr gelungen. Also, ein Ford Mustang als Mietwagen. Das wäre schon was.

Mein erster Gang ging dann aber doch erstmal ins Reisebüro. Ich hätte gerne einen Ford Mustang als Mietwagen in den USA! Einen WAS? Und so ging das Gespräch auch weiter. Die Dame war zwar sehr nett dort, aber so richtig helfen konnte sie mir nicht. Also habe ich mich zu Hause wieder vor den Computer geklemmt und recherchiert. Meine Zielstadt in den USA war Louisville, Kentucky. Dort gab es keine Mustangs zu mieten. Also habe ich angefangen einen Radius zu ziehen und sämtliche Flughäfen gecheckt – zum einen in Sachen Flugzeit von Deutschland und Flugpreis, zum anderen bezgl. der Verfügbarkeit und dem Leihpreises eines Ford Mustangs.

Der Vergleich lohnt sich auf jeden Fall, wenn man gewillt ist, zur Not auch ein paar Meilen extra zu fahren. So kostete ein Mustang in NYC beispielsweise gleich 3 mal so viel wie in Detroit. Überhaupt war für meine Rechnung Detroit der optimale Flughafen. Von Detroit nach Louisville sind es 350 Meilen und Google Maps errechnet eine Fahrzeit von knapp 6 Stunden.

Ich wollte Spass. Ich wollte einen Mustang. Warum also nicht nach Detroit fliegen und 6 Stunden Fahrt gleich am Anfang der kurzen Reise geniessen. Ich habe also gebucht. Bzw. reserviert. Die Hertz Webseite bietet zwei Optionen. Man kann sofort bezahlen (und muss sich dann keine Gedanken um die Schwankungen des Euro/Dollar-Kurses mehr machen ) oder man reserviert zu einem verbindlichen Dollar-Preis. Was ich getan habe.

Der Preis für eine Ford Mustang Limousine vom 22.9. bis zum 29.9. (also 7 Tage) belief sich auf US$ 381.24 inkl. Versicherung und aller Kilometer / Meilen.

[… ein paar Monate später …]

Erste Kilometer mit meinem Mietwagen – Ford Mustang – in den USA
Am Flughafen Detroit hatte ich keine Problem, den richtigen Bus zu finden, der mich zur Hertz Station am Rande des Flughafen bringen sollte. Einen renomierten Autovermieter zu wählen, würde ich wirklich jedem empfehlen. Da hält man unangenehme Überraschungen von sich fern und muss sich keine Gedanken machen, wie man zu seinem Leihwagen und später auch wieder zurück zum Flughafen kommt.

Ich hatte mir zwei Wochen vor Reisebeginn noch einmal telefonisch bestätigen lassen, dass ein Mustang definitiv für mich bereit stehen würde. Im Rahmen der Fun-Collection bei Hertz bekommt man den Wagen den man reserviert hat. Kein alternatives Modell. Die Dame am Counter fragte mich dann noch, ob ich nicht für läppische US25 am Tag auf ein Cabrio upgraden wolle. Das hatte ich mir schon bei der Buchung überlegt – der September in Kentucky garantiert nicht unbedingt strahlenden Sonnenschein. Und wenn man längere Wege hinter sich bringen muss, dann ist ein Cabrio nicht unbedingt die erste Wahl. Freundlich aber bestimmt habe ich das Angebot also ausgeschlagen.

Dann hatten sie plötzlich ein Problem. Der für mich reservierte Mustang war nämlich nicht aufzufinden, man sagte mir aber, ich möge mich bitte 10 Minuten gedulden, man würde den Wagen für mich suchen und bereitstellen. Über zwanzig Minuten später stand dann ein schwarzes Ford Mustang Cabriolet vor mir. Braue Lederausstattung. Den hätte ich auch genommen. Als ich dann noch mal am Tresen vorgesprochen habe – ich hatte ja noch einige Meilen vor mir – gab mir die Dame dann meine Schlüssel. Zu eben jenen Cabrio. Yeah! Kostenloses Upgrade. Das habe ich gerne genommen.

Ford Mustang ConvertibleMeine grosse Reisetasche und mein mittelgrosser Koffer haben locker in den Kofferraum gepasst. Sogar meine grosse Fototasche habe ich da noch verstauen können. Prima. Wer zu Zweit reist, muss wohl ein wenig Gepäck auf die Rückbank auslagern. Danach habe ich mir erstmal den Sitz richtig eingestellt – elektrisch, sehr angenehm – und mich mit dem Auto vertraut gemacht. Der Wagen hatte 9800 Meilen auf der Uhr, machte aber den Eindruck eines Neuwagens. Lediglich eine Pommes zwischen Fahrersitz und Mittelconsole liess mich erahnen, dass da schon ein Cowboy vor mir einen Ritt mit dem Pony unternommen hatte.

Ford Mustang ConvertibleDas Cockpit des Ford Mustangs ist sehr übersichtlich, alle relevanten Informationen lassen sich gut ablesen. Das Sirius Satellitenradio habe ich erstmal vernachlässigt, wohl aber festgestellt, dass das verbaute Boxensystem mir noch eine Menge Spass bereiten würde. Richtig klasse fand ich, dass der Mustand zwischen den beiden oberen Belüftungsdüsen eine 12V-Dose hat. Dort habe ich mein iPhone angeschlossen und hatte somit wenig Kabelsalat.

Der verbaute V6 Motor mit seinen 4.2 Litern Hubraum und ca. 200 PS liess sich gut an und das erste Blubbern hat mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert, was sich erstmal gar nicht mehr legen wollte. Ich bin kein Freund von Automatikgetrieben, aber das verbaute Getriebe passte zum Motor und liess mich auch elegant vom Gelände der Autovermietung rollen. Im Gegensatz zur Beschilderung der Strassen in den USA ist das Mustang Cabrio sogar noch ziemlich übersichtlich. So habe ich mich auf dem Weg zum Highway erstmal verfahren, das lag aber nicht an dem Wagen, in dem haben ich mich auch auf allen weiteren Meilen sehr gut aufgehoben gefühlt.

Ford Mustang Convertible

Auf dem Highway habe ich dann mal mit dem Gas-Pedal gespielt. Schub! Herrlich. Leider gibt es ja in den USA nicht nicht strenge Geschwindigkeitsvorschriften, bei deren Verstoss wird man auch sehr ordentlich zur Kasse gebeten. Das Reisen auf den Highways ist so aber ungemein entspannend, so dass ich mich dann auf den ersten 100 Meilen noch besser mit dem Satellitenradio beschäftigen konnte.

Meine Fahrt nach Louisville war unspektakulär, hat aber Spass, Spass, Spass gemacht. Ich hatte mich dagegen entschieden, dass Verdeck zu öffnen, weil ich erstmal nur ankommen wollte. Bei einsetzender Dämmerung habe ich mich dann in die Beleuchtung des Mustangs verliebt. Die Armaturen sind einfach nur schick, und die Beleuchtung der Mittelkonsole kickt.

Fahrkomfort im USA-Mietwagen Ford Mustang
Insgesamt habe ich mit dem Mustang in den 7 Tagen 1036 Meilen zurückgelegt. Die Sitze sind super. Super! Keine Rückschmerzen. Einfach nur angenehmes Sitzen. Die Fahrgeräusche bei geschlossenen Verdeck sind ok. Es ist ein Cabrio. Da hat man immer Windgeräusche, aber sie waren zu keiner Zeit nervig oder störend. Das Lautsprechersystem befeuert das Auto gut. Auch bei geöffnetem Verdeck. Das Fahrwerk ist eher einen Hauch zu sportlich. Wenn man schon andere amerikanische Auto gefahren ist und weiss, wie schwammig-weich die meist sind, wird sich über die Fahreigenschaften des Mustangs auch freuen. Die Strassenlage fand ich auch prima. Die amerikanischen Strassen entsprechen nicht dem, was wir so gewohnt sind. Der Mustang lief trotzdem ruhig und ich hatte auch bei zügigen Landstrassenfahrten keinen Grund zur Klage.

Ford Mustang ConvertibleBei offenem Verdeck merkt man den Wind. Deutlich. Aber so möchte zumindest ich es auch haben. Allerdings sind die Verwirbelungen auf der Rücksitzbank schon krass. Der Sohn meiner Freundin, den wir offen von der Schule abgeholt haben, hat sehr schnell gebeten, das Dach wieder zu schliessen. Das Öffnen und Schliessen des elektrischen Verdecks geht schnell von statten und ist vollkommen problemlos zu bewerkstelligen.

Ford Mustang ConvertibleWer nicht gerne angesehen wird, sollte die Finger vom Mustang lassen, man erregt durchaus ein gewisses Aufsehen. Ich bin in den paar Tagen drei Mal auf den Wagen angesprochen worden. Aber stets sehr freundlich.

USA-Mietwagen Ford Mustang – Fahrvergnügen / Fahrspass
Während ich diese Zeilen schreiben, schiebt sich schon wieder dieses Grinsen auf mein Gesicht. Verdammt hat mir der Wagen Spass gemacht. Ich habe keine Einschränkung. Gut, mit einem Verbrauch von deutlich über 10l/100km tankt man schon hin und wieder mal, aber selbst das ist bei den günstigen Spritpreisen in den Staaten nichts, was die Laune trübt.

Ford Mustang Convertible

In einer lauen Spätsommernacht mit offenem Verdeck durch die Leuchtreklamen einer Grossstadt zu cruisen macht einfach nur Spass. In der Stadt mal eben das Gaspedal anzutippen, den Motor kurz aufheulen zu hören, um dann durch den kurzen Schub nett in den Fahrersitz gepresst zu werden. Ach! Hach!

Ford Mustang ConvertibleDas Sirius-Anlage hat übrigens auch einen USB-Anschluss, da muss man aber irgendwas mit Windows draufschieben. Das habe ich – mangels Windowsrechner nicht hinbekommen. Es gibt aber auch eine AUX-In Klinkenbuchse. Und sonst füttert man das Ding eben mit gebrannten CDS – obgleich die Qualität des Radios selbst auch prima ist, ich habe meist Radio gehört. Alles, was ich an Musik dabei hatte, habe ich auch mal laut gehört. Ob Rock oder Rap, die Boxen haben mich nicht enttäuscht!

Fazit zum Ford Mustang – als Mietwagen in den USA
Ich kann jedem nur empfehlen, statt eines normalen Mietwagens beim nächsten USA-Aufenthalt einen Mustang zu wählen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Fahrspass pur. Jede Meile. Der Mehraufwand gegenüber einem langweiligen Leihwagens ist durch den gehobenen Fahrspass auf jeden Fall zu rechtfertigen.

Ford Mustang ConvertibleDer Mustang macht nicht nur Spass, sondern ist auch noch ein handliches Auto, was gut auf der Strasse liegt und einem eine hohes Sicherheitsgefühl gibt. Wer nicht gerade riesige Koffer oder Unmengen an Gepäck mit sich schleppen muss, dem sollte das Platzangebot des Wagen auch locker reichen.

Im September diesen Jahres ist noch ein weiterer USA-Aufenthalt geplant. Hertz hat da noch andere interessante Fahrzeuge in Ihrer Fun-Collection, z.B. die Chevrolet Corvette ZHZ. Huh.

Fragen? Bitte einfach als Kommentar anhängen.

12 Kommentare

  1. Super dein Fahrbericht. Finde die bullige Front des Mustangs echt fett.

    • Danke Philipp. Und ja, die Front hat was, aber auch das Heck ist mE sehr gelungen. Auf den Wagen zuzugehen, egal aus welcher Perspektive war immer ein Schmaus für die Augen.

  2. Kann Deine Begeisterung komplett nachvollziehen, bin zusammen mit meiner GL damit durch den Indian Summer gecruised und habe eben das breite Grinsen auch immer auf dem Gesicht, wenn ich dran denke.

    Auch wenn ich (als Angestellter eines dt. Automobilherstellers 😉 die Themen Leistung und Fahrwerk nicht ganz so positiv erlebt habe – aber wie gesagt, für die Staaten reicht’s. Habe für den Mustang sogar auf das Angebot von Hertz ausgeschlagen eines unserer Cabrios zu nutzen (was die Dame am Counter überhaupt nicht nachvollziehen konnte).

    Musiktechnisch hatte ich einen FM-Transmitter für den iPod dabei und daher statt des Satelliten-Radios den guten alten UKW-Empfänger in Betrieb hat hervorragend funktioniert.

    Ach ja, man möchte sofort wieder los….

    Grüße aus Bayern

    Marcus

  3. Toller Bericht! Ich will urlaub, ich will los! JETZT!

  4. Der Bericht kommt wie gerufen!
    Ich bin gerade dabei mir einen Mustang zu mieten, weiß aber nicht wie! Denn bei Hertz heißt es immer, es kann nicht garantiert werden, dass man einen bekommt… Vielleicht kannst du mir ein paar Tips geben, was man da machen kann. Sonst bekomme ich am Ende noch einen Jeep Wrangler, der ist nämlich in der selben Kategorie wie der Mustang… :S

    Grüße

  5. Pingback: Chevrolet Camaro und Dodge Challanger als Mietwagen in den USA : powerbook_blog

  6. Pingback: Ford Mustang Cabriolet – die Probefahrten der anderen

  7. Phaaaaaaaaat :) Außer Hertz scheint einem ja wirklich niemand das Auto zu garantieren, oder hast du da inzwischen andere Erfahrugn gemacht ?

    • Nein, soweit ich weiss geht das nur bei Herzt. Mit viel Glück kann man bei anderen auch einen bekommen oder auch ein Camaro (zT auch Cabrio), aber nur bei Hertz kann man es verbindlich buchen.

  8. Pingback: Wir sind die Coolsten, denn wir Cruisen … | powerbook_blog

  9. Hallo,

    super toller Bericht, wirklich schön zu lesen.
    Ich hätte hierzu eine Frage:
    Wir fahre über Weihnachten für 3 Wochen an die Westküste. Da ich schon hier in Deutschland lange überlegt habe mir einmal so einen Wagen zu mieten bietet sich dieses ja geradezu an dies im Urlaub zu tun. Aber wenn ich bei Herz direkt nachsehe sind die Preise schon gewaltig. Das Mustang Cabrio würde mich etwa 2300€ kosten für 3 Wochen, ein V8 Modell sogar 3500€. Wie bist du zu dem guten Preis gekommen?

    Danke für die Antwort.

    Gruß Christian

    • Hallo Christian,

      Ich habe damals so lange gesucht, bis ich einen guten Kurs hatte. Das ist von Verleigstation zu Station vollkommen unterschiedlich. Ich müsste damals nach Kentucky, habe den Wagen aber in Detroit angemietet. Die 2x 6 Stunden Fahrt habe ich genossen und Sprit ist drūben ja vergleichsweise billig. Wenn du zur Westküste willst, dann prūfe halt Texas und so.

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