
Neulich kam der Nachwuchs 1.0 hocherfreut aus der Stadt nach Hause: Papa, ich habe mir Gogos gekauft! Öh. Äh. Schön, mein Kind! Wasndas? – Und voller Stolz streckt mir das Kind einige Plastikfiguren entgegen, die aussehen, als hätten sie zu lange in der Sonne gelegen. – Uh. Und was macht man damit? Sammeln! XY aus der Schule hat schon 30 Stück und meine Freundin BLABLA hat schon 3 von den ganz seltenen SOWIESO! Aha! Und was kosten die? Ein Beutel kostet 1.50 Euro. Da sind dann je 5 Figuren und Aufkleber drinne. – Ich heuchle Begeisterung. Und denke mir meinen Teil. Ich bin wohl noch Kind genug, um zu wissen, dass man sich über so einen Schwachsinn freuen kann, aber eher zu sehr Vater, als das es mir das Blut in den Adern gefrieren lässt, wenn das Kind für so einen Müll Geld ausgibt.
Da möchte ich doch zu gerne etwas mehr wissen. Wie viele von den Dinger gibt es, wie heissen die, was soll das? Recht schnell finde ich auch heraus, dass die Dinger eigentlich Crazy Bones heissen. Die dazugehörige Webseite sieht aus, als wäre sie vor 5 Jahren mit heisser Nadel zusammengestrickt: Crazy Bones Dot Com.
Ich erfahre dort, dass es zwar mehrere Produktfamilien gibt, aber die Teile, die der Nachwuchs gerade so stolz durch die Gegend schleppt, finde ich nicht. Die könnte man vielleicht auf der Seite magicboxint.com finden. Die sind für die Produkte ausserhalb der USA verantwortlich. Haben wohl aber ihre Servermiete nicht bezahlt oder stecken ihr Geld lieber in die Produkte als in die Homepage. Keine Ahnung.
Selbst der englische Wikipedia-Eintrag Crazy Bones bietet kaum Informationen. Von den Dingern erfahre ich wirklich gar nichts, ausser dass man sie halt überall kaufen kann. Sogar bei Amazon – da bekommt der geneigte Erziehungsberechtigte denn auch so ziemlich alles rund um diese Dinger – das GoGo’s Sammelalbum, das Gogos BUNDLE Sammelbeutel und Stickeralbum und 30 Figuren, den GoGo’s “Crazy Bones” Beutel oder schlicht und einfach nur diese Beutel mit den 3 Figuren und Stickern.
Anlass für meine Wissensbegierde waren im übrigen die beiden oben bebilderten Figuren. Was soll die darstellen? Den oder das crazy bone, mit dem auch am the Day after noch spielen kann. Und wenn der Tag zur Neige geht, hat man noch den Schwarzen? Ok, toll. Lehrreiches Spielzeug, ne ehrlich. Erkläre mal einem 9jährigen Kind, was Radioaktivität bedeutet. Toll. Ich durfte die Tage mich doch erst an dem Begriff Kinderpornographie versuchen.
PS: Und ja, mein iPhone sieht schon so durchgerockt aus. Es ist ein Gebrauchsgegenstand. Ein Toller. Aber letztendlich eben nur ein Gebrauchsgegenstand.
26. März 2009 um 22:51 Uhr
Wie geil sind die denn bitte?!
Radioaktivität erklären kann man überigens gar nicht früh und eindringlich genung.
Meine bis heute anhaltende, tiefsitzende Verachtung alles Radioaktiven – auf die ich durchaus stolz bin – geht noch auf eine ebenso tiefsitzenden Traumatisierung in Zeit der Ostermärsche zurück als ich mit 5 oder 6 Jahren durch ein Flugblatt an Ostern erfuhr in welchem Umkreis der Explosion einer Atombombe welche Dinge schmilzen.
27. März 2009 um 05:58 Uhr
Toll, ne, wie das Uschi die Kinderpornographie in den Mittelpunkt der Gesellschaft rückt. Hoffentlich hat diese absurde Hexenjagd irgendwann mal ein Ende.
Die kleinen Monster von den Lego Power Miners sind übrigens knuffiger und weniger schrottig.
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27. März 2009 um 09:54 Uhr
Ah, es gibt sie noch. In der 6. Klasse – vor 7 Jahren! – waren diese Dinger der Hit in der Schule. Die haben quasi die Pokémon-Karten abgelöst. Allerdings waren diese Gogos damals nicht so aufwendig.
Zweck von den Dingern war es übrigens, die aus 4 Metern Entfernung so nah wie möglich gegen die Wand zu schnippen; wer am nächsten dran war, hat gewonnen.
27. März 2009 um 15:25 Uhr
Hi,
wow. die Dinge kenne ich auch noch. Moderne Murmeln, wie schon oben beschrieben. Ersteiger doch deinem Sohn 416 Stück (grade bei eBay gesehen), dann ist er übersättigt, hat die Schnauze voll, und du kannst sie wieder verkaufen.
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1. Juni 2009 um 01:26 Uhr
ja die waren schon mal in. nur heute schnippt man sie nicht gegen die wand, sondern 2 spieler stellen je einen gogo hin, mit einem weiteren wird aus 2 meter entfernung geworfen, wer so trifft das einer umfällt darf in behalten und natürlich den geworfenen auch (den darf man immer behalten). so geht es ganz schnell das gogos “abgezockt” werden, so nennen das die kids. donnerstag hatte mein sohn noch 10 stück, freitag kam er aus der schule (1.klasse) und hatte noch 1!! wo sind sie hin frtagte ich? die antwort: hat mir einer aus der 5.klasse abgezockt. wie übel ist das denn? mein kleiner heulte……
tolles spiel….
2. Juni 2009 um 19:15 Uhr
Mein Patenkind (9) ist auch ganz heiss drauf. Sein Patenonkel mittlerweile auch
Das Gute ist, ist im Rahmen des Taschengeldes. Allerdings ist hier grad akuter Mangel an Tanke, Büdchen etc
@sarah bei denen in der Schule wird auch gepspielt, aber jeder behält seine.