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Wahres Glück

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Vorgestern abend sassen die Finanzministerin und ich hübsch adrett auf dem Sofa und haben uns einen Rotwein schmecken lassen. Vielmehr den Rest des Rotweins der Flasche eines Vortages. Nun war das Zeug zwar durchaus dem Gaumen zuträglich, aber der Genuss mangels Masse auch ziemlich beschränkt.

So habe ich mich denn – trotz böser Erkältung – wagemutig in die Küche aufgemacht, um eine neue Flasche zu entkorken. Meine – wenn auch nur temporäre, dennoch selbstredend schwere – Erkrankung hat mich dabei arg behindert. Denn nur so konnte es passieren, dass mir das durchtriebene Korkendings einfach abgebrochen ist. Einfach so. Blödes Ding. Ok. Liess sich dann nur noch reindrücken. Auch ok. So alt sind wir ja noch nicht und so teuer war der edle Tropfen dann auch nicht.

Vom Sofa her drang dann die liebliche Stimme meiner holden Gattin an mein Ohr: Dekantier den Wein doch mit einem Sieb. Ok, ich bin nicht der Herrscher der Küche, was noch nicht einmal was mit meinen zaghaften Machoallüren zu tun hat – ich bin eher so auf dem Niveau des Küchenburschen. Haben wir denn so ein kleines Sieb (was denn gerade mal den Hals der Dekantierkaraffe ausfüllt)? Ich wusste eben nur von so einem Riesensieb.

Da hat sich dann die Küchencheffin höchst selbst zu später Stunde in ihren heilige Halle bemüht, mich milde angelächelt, das Riesensieb aus dem Schrank geangelt, mich dann noch sanft beiseite bugsiert und sich ans Werk gemacht:

wein_daneben.jpg

Der Küchenbursche war denn ungemein froh und empfand wirklich wahres Glück, dass nicht er die Hand an der Flasche hatte. Denn merke auf: Der Küchencheffin kann so etwas selbstredend mal passieren und es ist auch nichts dabei, wenn aber doch der Küchenbursche die frisch gewienerte Arbeitsplatte mal eben so ungalant einfärbt, dann … ja dann … würde er vermutlich immer noch dort weilen und mit einer Zahnbürste bewaffnet den Schaden zu egalisieren versuchen.

Ein Kommentar

  1. Gestern hätte ich vor lachen beinahe meinen Kaffee weggespuckt – heute meinen Tee.

    Ich glaube meine Fähigkeiten zu visualisieren ist doch nicht so schlecht, wie ich immer dachte *g*

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