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Seniorenhandy

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Letzte Woche sprach meine Mutter zu mir. Ja, ich habe auch eine Mutter. Und ich habe ja auch Kinder. Das macht meine Mutter zur Grossmutter. Meine Mutter hat auch schon ein Alter erreicht, wo sie nicht mehr arbeiten muss. Da bin ich schon etwas neidisch. Also nicht auf das Alter, aber auf das nicht mehr arbeiten müssen.

Jedenfalls haben wir meiner Mutter mal vor sechs Jahren ein Siemens-Handy mit einer PrePaid-Karte gekauft. Und sie sprach jetzt relativ aufgelöst zu mir, dass der Akku vollkommen kaputt sei. Öh. Ja. Was soll ich da sagen. “Das ist normal, lieber Mutter.” Jetzt wollte sie jedenfalls ein neues Handy und ist die Tage mit meinem Geschwisterchen losgezogen, um sich nach Ersatz umzusehen. Ich bete ihr ja immer artig vor, dass sie doch bitte nichts technisches kaufen soll, weil ich das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Internet billiger bekomme.

"Emporia Life Plus Seniorenhandy ohne Branding" (emporia)Da reicht sie mir also am Montag einen Zettel auf dem steht: Emporia Life Plus. Hm. Das sagte mir so gar nichts. Also fix mal bei Amazon anchgeschaut. Und da stand dann Seniorenhandy. Bitte? Mutter? Mutti? Mama? S e n i o r e n h a n d y ? Na, hömma! So alt biste doch noch gar nicht. Ich bin doch auch erst … also … uhm … ok. Schön grosse Tasten hat es ja. Und so schlimm sieht es auch gar nicht aus. Das Seniorenhandy für die Mutter dieses jugendlichen Typen. Verdammt.

Nachdem ich also den ersten Schock verkraftet und mich langsam in der Realität zurechtgefunden hatte, habe ich mir dann die Rezensionen zu dem Ding durchgelesen. Und dann bin ich sauer geworden. Es ist ja jetzt kein Geheimnis – schon ein paar Jahre nicht – dass die ätere Bevölkerung nun mit einer ganz neuen Marktmacht sich bemerkbar macht. Da ist also grosses Potential. Allein, dass es ein Seniorenhandy gibt, zeigt das ja auch.

Warum dieser Hersteller aber denkt, dass er die älteren Herrschaften mit – so zumindest den Rezensionen nach – Schrott bedenkt, ist mir unverständlich. So ein toller Markt, so ein grossartiges Potential für innovative wie einfache Produkte und dann … sowas. Von 10 Rezensionen haben 6 nur einen Stern bekommen. Sowas finde ich ebenso erschreckend wie traurig.

Meine Mutter will jetzt noch etwas weiter suchen. Und ich werde wohl die Tage auch mal durch den Mediamarkt laufen. Hat jemand von Euch einen Tipp – ansprechend grosses Display, keine Mickertasten, kein Schnickschnack und bezahlbar?

17 Kommentare

  1. Das “Seniorenhandy DORO HandlePlus 324 GSM” ist doch der Knaller. Fehlbedienung fast ausgeschlossen ;)

    Aber ich halte ein einfaches Nokia wie das 1600 für angebracht. Einfache Bedienung, normale grösse und auf dem Display wird alles groß angezeigt!

  2. die aktuellen emporia-modelle sind ein krampf, es soll aber besser werden – sie haben die entwicklung mittlerweile wieder von china zurück nach österreich verlagert, weil sich die qualität auch in den verkaufszahlen niedergeschlagen hat (gui-design mit excel zB)…

  3. Ich würd’s mal mit diesem Billigheimer versuchen:
    http://www.amazon.de/Motorola-.....ce_title_1

  4. Das iphone ist das ideale Seniorenhandy, denn nach meiner Erfahrung ist es schwer zu vermitteln, dass die Tasten unter dem Bildschirm zu den Auswahlpunkten auf dem Bildschirm gehören. Somit ist ein Touchscreen von der Usebility her ideal.
    Einziger Nachteil ist der Preis.

  5. @mantafahrer: Motofone als Seniorenhandy – bist du des Wahnsinns? Ein Handy was noch nicht mal ein durchschnittlich langes Wort auf dem Bildschirm darstellen kann, geschweige denn alle Buchstaben des deutschen Alphabets, soll für Senioren geeignet sein? Jogs Mutter in allen Ehren, aber dieses Handy kauft man sich nur als trendigen Flaschenöffner oder wenn man, wie mein Chef zu sagen pflegt, “nicht schon wieder ein TEURES Handy im Taxi vergessen” will, nicht aber aufgrund seiner nicht vorhandenen Bedienbarkeit.
    Neben Emporia gibt es ja trotzdem noch andere Hersteller, die sogenannte Seniorenhandy herstellen – Sagem (der Firma traue ich nicht!) hat da eine VS-Serie die große Tasten hat, auch Nokia hat verschiedene Modelle mit übersichtlichem Tastenlayout und aufgeräumten Features.

  6. Mein Vater (74) hat mein altes Nokia 5110. Das ist ziemlich hart im Nehmen, die Tasten sind gut unterscheidbar und man kann telefonieren und SMS schreiben. :)

  7. @Johannes: Wofür mag man denn viele Buchstaben auf dem Handy sehen wollen? (Telefonbuch-Einträge, sofern man dieses neumodische Feature braucht und weder ein funktionsfähiges Gedächtnis noch ein analoges Notizbuch besitzt, könnte man ja durchaus hinreichend kurz halten.) Ich hätte mein Motofone hier auch empfohlen – unter der Vorgabe, dass man damit nur telefonieren, nicht aber simsen möchte, erfüllt es genau den gewünschten Zweck.

  8. Das Motofone ist bei uns ganz schnell wieder in der Schublade verschwunden. Die Akkulaufzeit liegt grad so bei ner Woche.
    Das Display und die Menüführung lassen auch stark zu wünschen übrig.
    Ich weiß ja nicht, wie die Anforderungen so liegen, aber ich bin seit Jahren mit meinem RAZR V3(i) sehr zufrieden. Vor allem die Tasten sind schön groß. Und wenn es zusammen geklappt ist, und in einer Tasche steckt, werden nicht aus Versehen irgend welche Tasten betätigt.

  9. @chw: Naja, es geht hier um bedienerfreundliche Geräte. Ein Display, was mit Mühe und Not 2 Zeilen mit 6 Vierzehnsegmentzeichen darstellen kann ist selbst zum darstellen einer durchschnittlich langen Telefonnummer nicht zu gebrauchen. Von selbsterklärender Menüführung und Telefonbuch oder gar SMS will ich gar nicht reden!

    Natürlich ist es durchaus möglich, dass es Leute gibt die sich Telefonnummern trotz Handy lieber im Notizbuch aufbewahren. Aber man stelle sich mal das schockierte Gesicht eines nicht so technikbewanderten Menschen vor, der auf seinem Display auf einmal
    “hALL0
    mAmA R”
    sieht … und keine Ahnung hat welche Taste er drücken muss damit das Display nach und nach die mühsam zu entziffernden Fragmente darstellt:
    “UF mIC
    h bITT
    E mAL
    UnTER
    FoLGEn
    DER nU
    mmER A
    n: 017
    6-1234
    56789″

    …was an dieser Darstellung einer einfach verständlichen SMS würde einen sowieso schon nicht so technophilen Menschen nicht komplett traumatisieren? Der kriegserfahrene Opa wünscht sich an dieser Stelle die Morse-Kommunikation zurück…

    Lange Rede, kurzer Sinn: Zu einem benutzerfreundlichen Handy gehören bei weitem nicht nur große Tasten, sondern auch eine klare und übersichtliche Menüführung auf einem kontraststarken und(!) übersichtlichen(!) Display mit den wichtigsten Grundfunktionen Telefonieren, Telefonbuch, SMS.
    Alle weitere Funktionen wie Kalender, Wecker, Foto/Video/Audio und so weiter kann (und sollte?) das Handy getrost vermissen lassen (falsch ausgedrückt: Diese Funktionen werden nämlich nicht vermisst.)

  10. btw, nachtrag: Ich musste jetzt schon diversen mehr (mein Opa, meine Opa, Opa meiner Freundin, …) und weniger betagteren Leuten (Eltern…) verschiedenste Handys erklären/bei der Bedienung helfen. Abgesehen von offensichtlichen Unterschieden der Personen in ihrem Wissensstand über Handys habe ich 2 Sachen festgestellt:
    - “billig”-Telefonbuch mit 1:1-Zuordnung Name:Nummer ist in diesem Fall leichter zu erfassen/vermitteln als ausgereifte Adressbücher mit mehrern Nummern/Adressen und gar frei wählbaren Feldern pro Eintrag. Zumal das ja wieder jeder Handyherseteller anders löst… :-/
    - SMS: T9 ist für viele verwirrend. Meine Mutter schreibt ohne T9 doppelt so schnell als mit (vielleicht wäre “halb so langsam” die Treffendere Formulierung, aber das ist auch ganz leicht zu erklären: Die Verwendung von T9 setzt das wissen und Grundvertrauen voraus, dass man das eine tippt, nämlich z.B. 42556, und weiß dass die Software wahrscheinlich ‘hallo’ daraus bildet. Unbewanderte Leute vergessen das tatsächlich viel schneller als die offensichtlichere Eselsbrücke, dass man ein C bekommt wenn man 3x die 2 drückt – weil nun mal gut sichtbar das C an 3. Stelle auf der Taste 2 steht.

    - kleiner Fact am Rande: das iPhone war das einzige Handy auf dem mein Opa (ungefragt!) selbst durch eine Bildergalerie navigieren wollte. Mein Opa ist mittlerweile 94. Probiert das mal mit einem Nokia… kA welche Taste man da drücken müsste… ;)

  11. @Johannes: Die wichtigsten Grundfunktionen sind eben Definitionssache. Ich will bloß telefonieren, und über den Wecker im Moto freue ich mich, weil ich dann beim Camping nicht noch was extra einpacken muss. SMS und Telefonbuch sind für mich *keine* Grundfunktionen. Und was die Anzeige der gewählten Telefonnummer angeht: Die Zielgruppe von Seniorenhandys hatte jahrzehntelang Gelegenheit, Nummern ohne Kontrolle auf Drehscheiben zu wählen; und umgekehrt kann man sich mit etwas weniger Aufmerksamkeit auch mit dem tollsten Display prima verwählen :-)

    Aber lass uns da mal keinen Glaubenskrieg anzetteln …

  12. @chw: na gut, jedem das seine. Ich will ja niemandem eine bestimmte Funktionalität aufdrängen ;)
    ABER: Selbst wenn du SMS nicht wirklich benutzt, was machst du wenn du eine bekommst? Bist du wirklich der Meinung dass man dieses Kauderwelsch einem technisch nicht Versierten zumuten sollte? Das ist ja das Hauptproblem – nicht die Funktionen an sich sondern die grenzenlose optische Kryptik des Geräts. Mein Taschenrechner kann mehr Zeichen (sowohl vom Umfang des Zeichensatzes als auch von der Displaygröße) darstellen und ist ein Achtklässler-Schulmodell von vor 9 Jahren, damals um 20 Mark.

  13. @Johannes:
    > Selbst wenn du SMS nicht wirklich benutzt,
    > was machst du wenn du eine bekommst?

    Löschen, kann eh nur Reklame sein :-)

    So weit kennen mich meine Leute schon, dass mir praktisch keiner mehr SMS schickt. Aber das war auch schon mit meinem vorigen, vergleichsweise multimedial-versatilen Mobilfernsprechendgerät so. Aber keine Frage: Wenn man SMS in welchem Umfang auch immer benutzen möchte, ist vom Motofone dringend abzuraten.

  14. Wir haben hier unser Seniorenhandy gekauft. Viel Auswahl und tel. Beratung.

    Gruß

  15. Du hättest mal den Vorgänger, das Emporia Life, sehen sollen. Das Emporia Life Plus ist im Hinblick auf die Qualität ein Quantensprung. Mein Tipp ist immer noch das Amplicom M5000. Kommt demnächst ein Blogeintrag drüber bei mir.

  16. Also ich persönlich kann vor allem die Modelle von Doro empfehlen. Die sind optisch doch recht ansprechend und erfüllen alle wichtigen Kriterien, die für ein Seniorenhandy relevant sind (große Tasten, großes, gut ablesbares Display etc.). Ansonsten ist noch das Big Easy 3 empfehlenswert. Für deutlich ältere Mitmenschen empfehlen sich dann eher Notrufhandys, wie beispielsweise die Modelle von ITT.

  17. Kann die Modelle der Firma “fitage” wärmstens Empfehlen. Große Tasten, großes Display und außerdem ohne unnötigen Schnick Schnack. Preislich liegen die Geräte eigtl. wie auch alle anderen Modelle anderer Hersteller.

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