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Wake up Eurasia! – We _are_ awake …

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Heute morgen war eine E-Mail von meinem Gast-Vater aus Amerika in meiner Inbox.

Folks: If you never watch anything else in your lives, you MUST watch
this; the future of the world is really at stake. I just received this
from a friend. I watched it tonight and was glued to the
computer. May God bless and keep all of us.

Mein Gast-Vater ist aktiver Republikaner und überzeugter Baptist. Während meines Jahres in den Staaten – und ich war damals 17/18, also rebellisch – habe ich ihn sehr geschätzt und diese Wertschätzung habe ich auch nie verloren. Auch wenn wir nicht oft einer Meinung waren, oder gerade weil wir selten einer Meinung waren, habe ich ihn geschätzt. Denn er hat mir immer seine Sicht der Dinge erklärt und veranschaulicht, ohne mich jemals überzeugen zu wollen.

Als 17jähriger Atheist jeden Mittwoch und Sonntag in die Kirche zu gehen ist eine interessante Sache. Wie – so meine ich – bei so vielen Sachen, kann man eine Menge lernen, wenn man auf Dinge von aussen mit ein wenig Abstand sehen kann. So haben mich damals meine Eltern gebeten, mit in die Kirche zu kommen, mir aber immer frei gestellt, zu Hause zu bleiben. Aber ich war selten ein Sonntag allein zu Hause, auch wenn ich hier ehrlich zugeben muss, dass die jungen Damen, die man während der bible school getroffen hat, nicht ganz unschuldig daran waren.

Dieses Jahr Amerika hat mich auf jeden Fall geprägt. Und auch wenn dies nun schon gut 20 Jahre ( nicht ganz, ich bin ja erst Mitte 30 ) zurückliegt, so sehe ich doch vieles, was in Amerika passiert noch mit etwas anderen Augen. Wie auch immer. Ich habe mir den Clip, der ind er Mail verlinkt war angesehen. Das ganze Ding Because They Hate: A Survivor of Islamic Terror Warns America ( auch wenn das nicht wirklich leichte Kost ist, empfehle ich durchaus den Konsum des Clips ).

Brigitte Gabriel spricht darin im Rahmen einer Veranstaltung der Heritage Foundation. Sie ist als Christin im Libanon aufgewachsen, hat ihre Jugend unter Bobenhagel verbracht und ist den Israelis dankbar, weil sie ihre verletzte Mutter und sie selbst so selbstlos aufgenommen haben.

Ich muss gestehen, selbst an einem frühen Samstag morgen, ihre Rede hat mich bewegt. Auch ihre Emotionen bei den Antworten auf die Fragen aus dem Plenum am Ende der Rede. Und ich war auch gewillt, ihr bedingungslos zu glauben. Sie als Betroffene hat eben eine andere Sicht auf den Islam und den Fernen Osten.

Ich bin aber auch sehr dankbar, dass meine Eltern mich so aufgezogen haben, dass ich nicht alles bedingungslos glaube, sondern durchaus hinterfrage. Und ich bin dankbar, dass ich die finanziellen und technischen Möglichkeiten habe, dies mal eben so zu tun. Am Ende des Beitrages wird auf das Buch ( als englisches Buch auch hier bei Amazon Because They Hate: A Survivor of Islamic Terror Warns America erhältlich ) von Brigitte Gabriel verwiesen. Klicki, klicki, Amazon. Und dort lese ich erstmal nur die Rezensionen, die mit einem Stern gekennzeichnet wurden. Und schon verblassen die überzeugenden Töne ihrer Rede doch deutlich und relativieren ihre Aussagen ( Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich auch urplötzlich wieder an Kreuzzüge erinnern kann, in denen sich die christliche Welt rückblickend auch nicht gerade das Banner der Nächstenliebe verdient hat ).

Was aber wohl mein Punkt ist. Wir sind in der Regel gut ausgebildet, haben ein nettes Einkommen und können den technologischen Fortschritt für uns nutzen. Weite Teile der islamischen Glaubensgemeinschaft lebt in Armut, hat kein Internet, kann sich nicht mal eben klicki klicki über dies und das informieren. So bin ich der festen Überzeugung, dass extremer, radikaler Fundamentalismus nur da auf fruchtbaren Boden fallen kann, wo Leute in Armut ( und/oder Angst und Schrecken ) leben. Ob in Iran, Amerika oder Deutschland.

Ein Kommentar

  1. Und mehr noch als das. Die Leute in den Islamischen Ländern leiden nicht nur an Armut und mangelnder Aufklärung sondern auch im Unterschied zu uns an der vollen Härte der gnadenlosen amerikanischen Außenpolitik. In dem Zusammenhang vielleicht einfach mal „Charly Wilsons War“ gucken, oder die amerikanische Beteiligung am Iran Irak Krieg recherchieren.

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