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Boykott Lidl – Boykott China

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Am Samstag waren wir einkaufen. Auch beim Lidl. Da habe ich mir eine DVD gekauft. Über die wollte ich was bloggen. Aber ich habe die DVD beim Lidl gekauft. Irgendwie – wenn ich so andere Blogs lese – komme ich mir jetzt wie ein falscher Fufziger vor. Der jog – der kauft noch im Lidl ein … wie Menschenverachtend. Ich weiss nicht so recht – habe mir aber überlegt, dass ich dazu stehe.

Unser Lidl ist direkt um die Ecke. Da laufe ich sogar hin. Also ist das schon mal ökologisch vertretbar. Dann kaufe ich da schon Jahre ein. Also zumindest seit sie den da hingebaut haben. Und ich kenne da auch die VerkäuferInnen – zumindest so gut, wie man Verkäuferinnen kennen kann. Und ich mag die da auch. Das sind nette Leute. Und auch freundlich.

Jetzt filmen die Lidl-Oberen ihre VerkäuferInnen. Das ist echt doof! Und unfein. Und unmoralisch. Aber soll ich jetzt deswegen nicht mehr zum Lidl gehen? Dann verlieren die netten VerkäuferInnen noch ihren Job. Ist das dann moralisch. Kann ich auch nicht gut finden. Bis ganz oben im Konzern Köpfe rollen, werden wohl erstmal reichlich Bauern geopfert.

Ne. Ich kauf weiter beim Lidl ein. Ich steh dazu.

Und weil ich gerade beim Thema Boykott sind. Ich lache mich regelmässig kauptt, wenn ich Politiker zum Thema Olympische Spiele in China höre. Wir denken über einen Boykott nach. Soll heissen: China ist nunmal eine gaaaaanz grosse Wirtschaftnation. Und wir können es uns nicht leisten, da was zu machen. Wir brauchen doch das Geld. Auch blöd. Ein Teufelskreis.

Die Welt ist grausam – manchmal. Aber mir gehts gerade gut.

8 Kommentare

  1. Dort Einkaufen und über die Missstände schreiben ist vielleicht die beste Möglichkeit mit dem Problem umzugehen.
    Genauso wie an den Olympischen Spielen teilzunehmen und über die Politik Chinas zu berichten.

  2. Mach dir keinen Kopp um Lidl. Die Beitrittsgebiet-Methoden (politisch korrekter kann man es nicht ausdrücken) wurden lt. Presse nur in einigen Bundesländern angewandt und darunter war _nicht_ NRW.

    Kannst also weiterhin mit ruhigem Gewissen dein Einkaufswagen durch Lidl schieben…

  3. Preisfrage: Wer bekam 2004 wegen solcher Vorfälle den Big Brother Award?

  4. Ich finde, es ist eine riesige Sauerei, daß China so kurz vor den Olympischen Spielen in Tibet einmarschiert.

  5. Ich habe mir vorgenommen nicht mehr bei Lidl einzukaufen. Unabhängig davon, ob das nun überhaupt irgendeinen Effekt hat, ist es mir schon wichtig, dass meine Grundsätze und mein Handeln im Einklang sind.

    Geht es dem Unternehmen ans Geld, wird sich ggf. dort was ändern.

  6. Wenn es danach geht, Unternehmen oder Dienstleister zu boykottieren, weil diese in irgendeiner Weise Dreck am Stecken haben, kann man sich gleich den Hippies von Goa anschließen und als Selbstversorger nur noch seine eigene Ziegenmilch trinken und Hirsefladen essen… 😉

  7. Die Verkäuferin würde erstmal ihren Job verlieren – ohne Lidl könnte sie aber einen Arbeitgeber bekommen, der ihre Menschenrechte achtet.
    Zu kurz gedacht, sag ich, nur um auch kurz laufen zu müssen.

  8. Ich denke nicht, dass man das ganze so einfach gegeneinander aufrechnen kann. Prinzipiell wäre ich natürlich auch dafür, solche Methoden nicht zu unterstützen, aber wenn ich nunmal viel mehr Geld ausgeben muss um woanders hinzufahren etc… Es ist sich nunmal leider jeder selbst am nächsten und solange nicht eine breite Masse Menschen rebelliert und die Zustände anprangert, wird sich daran auch nichts ändern. Und die Dinge zu ändern wäre doch wesentlich sinnvoller, als einfach die Geschäfte pleite gehen zu lassen.

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