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Kite Surfen ( Tag 3 – Abbruch )

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Was wir am Vorabend schon angedacht haben, beschliessen wir nun definitiv nach einem ersten Gang an den See. Wir brechen mangels Wind Den Kurs ab. Also der Kurs ist eh vorbei, aber die zwei verbleibenden Pool-Tage nehmen wir jetzt nicht mehr mit. Ohne Wind macht das einfach keinen Sinn und die Vorhersage für den heutigen Tag noch schlechter als die von gestern.

Nach dem Frühstück erklären wir uns also dem Team und die stellen uns ohne Diskussion einen Gutschein für die beiden nicht in Anspruch genommenen Tage aus. Beim Aushändigen unserer Lizenz gibt es noch einmal kurz Irritationen. In der Kursgebühr enthalten ist lediglich der Schein selbst und der erste Step. Den zweiten Step und die Theorie kosten noch einmal je 18 Euro mehr. Das war mir nicht ganz klar. Macht den Kohl aber auch nicht fett und ist bei der wirklich geringen Kursgebühr wirklich kein Problem. Sollte man vielleicht auf der Homepage vielleicht etwas deutlicher kommunizieren.

Ich selbst bin ein wenig unzufrieden. Nicht mit dem Kurs und nicht mit dem Laden. Die können ja auch keinen Wind herbeihexen. Aber ich hätte doch gerne einmal einmal das Gefühl gehabt, wie mich der Drachen aus dem Wasser zieht und ich ein paar Meter auf dem Board fahre. Zudem ärgere ich mich richtig, dass wir den Kurs erst so spät angegangen sind. Ende Oktober ist Saisonende am Steinhuder Meer und die Aussentemperaturen in Deutschland machen einem ja auch nicht wirklich Mut an der See sein neugewonnenes Können zu testen.

Mein Fazit
Kite Surfen ist ein Extremsport. Wer mit der Einstellung einen Kurs belegt, er könne nach ein paar Tage sicher fahren und bereits große Sprünge machen, der sollte sich doch mal überlegen, wie schnell er erwartet eine andere Sportart zu erlernen.

Sicher ist, dass einem eine Vorerfahrung mit einem normalen Lenkdrachen durchaus schon hilft ( das aus meinen eigenen Erfahrungen ) und wenn man dann auch schon ein paar Mal auf dem Snowboard oder Wakeboard gestanden hat, dann sind das zumindest gute Voraussetzungen, um einen schnellen Einstieg zu finden.

Die Lehrer waren sich einig, dass man Kite Surfen zwar nicht unbedingt verlernt, man es aber durchaus immer mal wieder ( mindestens alle 4 bis 6 Wochen ) ins Wasser schaffen sollte, um nicht immer wieder klein anfangen zu müssen. Fest steht auch, dass Kiten kein wirklich preiswertes Vergnügen ist. Neben der erforderlichen Kleidung ( Neopren, Schuhe, Trapez, Hose, Helm ) braucht man eben noch mindestens ein Board und einen – besser zwei – Drachen. Als Board hat man mir ein hochwertiges 145x44cm Brett empfohlen, damit sollte man einen weiten Bereich abdecken – so eins ist dann ab etwa 400 Euro zu bekommen. Die Wahl der Kites richtet sich nach dem Einsatzgebiet und dessen Windverhältnissen. Für das Steinhuder Meer würde wohl ein 12/13qm Bowkite ( für meine Körpergrößen/Gewichtsklasse ) für die meist vorherrschenden Windverhältnisse optimal sein, dazu sollte man alternativ noch ein 7 oder 9qm Bowkite für stärkeren Wind in der Tasche haben.

Ob ich beim Kiten bleibe, kann ich noch nicht abschliessend beantworten. Ich bin auf jeden Fall gut angefixt, möchte aber zumindest einmal von Drachen gezogen auf dem Board ein paar Meter zurückgelegt haben, bevor ich mich festlege. Ich bin aber schon ziemlich sicher, dass ich diesen Sport als neues Hobby für mich etablieren möchte.

Zu dem Kurs beim Surfer’s Paradise am Steinhuder Meer kann ich Interessierten so viel sagen: Der Kurs ist unschlagbar billig. Wer dafür einen Deluxe-Urlaub erwartet ist arg blauäugig. Die Unterbringung ist wirklich sehr einfach, wer etwas Komfort erwartet, dem empfehle ich, sich in einem der naheliegenden Hotels oder Pensionen einzumieten. In einschlägigen Foren haben sich diverse Leute auch über das Material aufgeregt. Ich kann durchaus bestätigen, dass die Neoprens alles aber nicht neuwertig waren. Wer damit ein Problem hat, kann sich aber einen eigenen kaufen und dabei mE immer noch preiswerter Kiten lernen als bei der Konkurrenz. Zu den Lehrern kann ich nur sagen, dass mir der Jens wirklich gut gefallen hat, weil er nicht nur den Lehrstoff super vermittelt hat, sondern mir auch seine Gefühl beim Kiten so verdeutlichen konnte, dass ich wirklich Lust bekommen habe, mehr zu spüren, als nur diese massiven Kräfte, die so ein Kite erzeugen kann. Beim Mittagessen habe ich noch dem Lehrer Harald beim Vermitteln der Theorie zugehört, dass hat mir auch sehr gefallen und er macht auch einen ziemlich entspannten Eindruck. Letztendlich gebe ich dem Jens auch recht, dass so ein Kurs, Dir erst mal die Basis vermitteln kann, der Rest muss dann eben erübt werden – denn nur Übung …

Jetzt hoffe ich ganz klammheimlich, dass ein kleines Wunder eintritt und wir im Oktober an den Wochenenden vielleicht doch noch ein paar Tage dabei haben, an denen es ein wenig windig ist und das nicht unbedingt bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes.

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