Beim ersten Kind ist alles anders. Das ist man ja noch so aufgeregt und alles kann gar nicht genug sein. Beim zweiten Kind legt sich der Hype dann doch deutlich. Kleines Beispiel gefällig? Der Kinderwagen!
Beim ersten Nachwuchs haben wir laaaange gesucht. Wir wollten halt keinen Kinderwagen haben, den alle so voir sich herschieben. Zudem sollte der nett aussehen und handlich sein. Also haben wir brav im Internet geguckt, gesucht und gefunden. Ein princess Kinderwagen sollte es sein. So ein Dreirad, sehr schick in schwarz-gelb. Dolle Sache. 700 Deutsche Mark haben wir damals bezahlt. Jede einzelne davon haben wir bereut. Bei unserer Auswahl hatten wir uns doch zu sehr von nett aussehen blenden lassen, als denn auf handlich zu achten.
Das Ding ( das Modell gibt es auch nimmer, der Kauf ist nun aber auch schon gut 8 Jahre her ) war jedenfalls völlig unhandlich – sowohl beim Transport ( füllte fast den kompletten Kofferraum eines Opel Omega B Caravans aus – und das ist schliesslich einer der größten Kombis damals gewesen ) – als auch beim Schieben ( zu lang, zu schwer und beim Umsetzen des Vorderrads knackte regelmäßig die blöde Schiebestange weg ).
Andere Leute haben seinerzeit einen teutonia Kinderwagen gekauft. Das ist eben so der Mercedes. Konservatives Design, aber hält ewig. Eigentlich cleverer sowas zu kaufen.
Naja. Als der zweite Nachwuchs gekommen ist, wollten wir uns unseren alten Kinderwagen jedenfalls nicht mehr antun. Drum habe ich über einen Kleinanzeigen-Markt für 50 Euro einen altes, relativ abgefucktes Teutonia-Dreirad erstanden. War auch blöd. Nach dem dritten Zusammenklappen für den Transport zeigten sich da nämlich arge Verschleiss-Erscheinungen. Was unter anderem dazu geführt hat, dass die Finanzministerin regelmäßig etwas ungehalten geworden ist – denn schliesslich hatte ich das Ding ja gekauft.
Nun hatten wir uns entschlossen, einen Buggy zu kaufen. Die sind ja handlich zu zerlegen und der Nachwuchs 2.0 schon längst nicht mehr so klein. Buggy – ich dachte wenig dran, also preiswert. Bis ich in diesem Kinder-Zubehör-Markt stand. Bis zu 200 Euro wollen die für ein paar Stangen mit ein paar Rollen und Bezug haben. Wahnsinn. Wir haben da eine geschlagene Stunden verbracht. Ich meine, mal im Ernst. Das sind alles nur Buggys. Ausgewählt haben wir dann einen Knorr Buggy. Der war mit 79 Euro noch recht preiswert. Liess sich recht platzsparend zerlegen – ist aber ziemlich hässlich.
Warum ich das alles schreibe? Nur, um mal kurz festzuhalten, dass das Leben doch latent einfacher ist, wenn man richtig Kohle hat. In dem Fall hätte ich nämlich Gebrüder Dorsch ) mit passendem Autoanhänger gekauft.
20. September 2007 um 09:55 Uhr
So’n Zirkus haben wir selbst bei Nachwuchs 1.0 nicht gemacht. Kinderwagen Nr. 1 (häßlich, aber toll gefedert) gab’s für lau von Freunden), Nr. 2 für 69 EUR bei einem Kaffeeröster. Dazu noch ein Buggy aus dem Internet für 30 EUR. Passt!
20. September 2007 um 10:16 Uhr
Jo. Weitaus cleverer als hier auf jeden Fall. Kudos!
20. September 2007 um 15:35 Uhr
Du weißt, was ich jetzt denke?
Ein Kinderwagen ist sicherlich nicht sexy. Aber für sagen wir mal sechs Monate Verzicht auf das iPhone bekommst Du einen wirklich guten Kinderwagen und den Buggy noch dazu.
20. September 2007 um 20:39 Uhr
Also hier in Hamburg-Eppendorf und in den anderen chi-chi-Vierteln in Hamburg sieht man die ganzen jungen Hip-Muttis immer nur mit Bugaboo-Kinderwagen durch die Gegend schieben. Arg teuer das Teil und das it-Gerät aus den USA (natürlich nur weil Promi-Mütter so’n Teil mal durch die Linsen der Fotografen geschoben haben). Aber im Grunde ist das Teil scheiße, weil es sich schlecht zusammenlegen lässt und dazu noch recht klein ist. Das Kind wächst also echt schnell raus, obwohl die damit werben, dass man den in zig Varianten umbauen kann (Babywagen, Karre etc.).
20. September 2007 um 20:44 Uhr
@Philip (so heißt übrigens mein Sohnemann auch – gleiche Schreibweise):
diese Schicksen-Kinderwagen sind meistens total unpraktisch. Design ist eben nicht immer alles. Neulich habe ich mal einen gesehen, der sah aus, wie ein Servierwagen. Furchtbar. Entsprechend lag das Kind drauf. Fehlten nur noch die Tomate im Mund und die Papierrüschen an Armen und Beinen.
7. Februar 2008 um 17:59 Uhr
@Philip:
Schonmal selber nen Bugaboo gefahren?
Ich glaube kaum, denn so dämliche Kommentare und falsche Behauptungen kann eigentlich nur jemand abgeben, der ihn noch nicht hatte.
Noch etwas zum Preis: Ich habe meinen Cameleon übrigens gerade für 750 Euronen verkauft und hatte damit für rund 50 Euro(!!!) 2 Jahre lang einen Top-Wagen, der wendig, leicht und durchdacht ist und in den Kofferraum meines 3-Türers gepasst hat.
Schade, schade, dass es immer diese Vorurteile gibt…