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Zum flickr Störfall

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wie dämlich ist das denn bitte? Mein Geld nehmt ihr von meiner Kreditkarte, aber an meiner Mündigkeit zweifelt ihr? Zugegeben, die Sau namens Flickr: Against Censorship ist schon weit durch die Bloggeria getrieben worden und ich springe recht spät auf den Zug (naja, immerhin habe ich die Sau/den Zug gesehen) auf, dennoch komme ich nicht umhin mir meine Gedanken von der Seele zu schreiben. ( Nette Zusammenfassung mit weiterführenden Links in der Sprechblase)

Als Reaktion auf die Einführung von bestimmten Filtern bei Flickr für bestimmte Nationalitäten ist eine Welle von Account-Kündigungen vollzogen worden. Ob A, B, C oder D-Blogger wie der Wirre, Dirk Olbertz, Lazerte oder S.P.Q.R. kündigen Ihre Accounts und wenden flickr den Rücken zu.

Aha.

Interessant.

Aber auch irgendwie langweilig. Protest kann man doch kreativer ausdrücken. Und gerade eine Plattform hippe Web 2.0 Plattform wie Flickr bietet einem doch ein breites Spektrum an Möglichkeiten.

Hat man nämlich eh den Entschluss gefasst, seine Bilder dort abzuziehen, warum flickr und allen Usern nicht auch zeigen, wie blöd man diese Filterei findet.

  1. Da kredenzt flickr zum Beispiel dem User mit Hilfe einer Berechnung, seine populärsten Bilder. Dazu besteht die Möglichkeit, ohne weiteres, ein vorhandenes Bild gegen ein Neues auszutauschen. Zick-zack, könnte man sich ein paar Minuten Zeit nehmen und seine populärsten Bilder gegen Protestbilder austauschen. Dies könnte man selbst redend auch mit allen Bildern vollziehen, die viele andere Leute als Favoriten gesetzt haben.
  2. Flickr läst die Verschlagwortung durch bis zu 75 Tags zu. Ein Tag kann vermutlich bis zu 255 Zeichen haben. Dies könnte man natürlich auch lustig nutzen, und alle Protest-Bilder mit populären Tags versehen. So werden die jeweiligen Bildchen auch von einer möglichst breiten Anzahl von Leuten gefunden.
  3. Flickr unterstützt seit einem Weilchen das Angeben von Koordinaten zu den Bildern. Protestbilder könnten in der Flickr/Yahoo Zentrale entstanden sein.
  4. Ein Pro-Account erlaubt es einem, bis zu 2 GB an Bildmaterial pro Monat auf flickr abzulegen. Das Standard-Protestbild hat eine Größe von 123 kb. Somit könnte man also, wenn man denn wollte, knapp 2.000 Protest-Bilder pro Monat dem System übergeben und dies mit dem o.g. Spielereien versehen. Zudem kostet Plattenplatz (wenn auch nicht viel), während das schlichte Kündigen doch flickr eher nur Geld bringt.

Könnte … könnte … Sollte man natürlich nicht, weil das dann durchaus die Community empfindlich stören würde und möglicherweise dem flickr Konzept schaden könnte.

Wie auch immer. Ich finde Zensur auch völlig dämlich und mich stört der Fakt, dass flickr filtert auch. Aber jetzt nach einer anderen Plattform zu suchen, die dann in ein paar Wochen/Monaten mit dem gleichen Massnahmen nachzieht finde ich auch wenig konstruktiv.

Meine Bilder auf meinen Webspace zu legen finde ich auch eher langweilig. Mir geht es ja eben drum, meine Bilder anderen zu zeigen und auch im Vergleich zu sehen, was andere so knipsen bzw. sich kreativ ausleben.

Nichts unternehmen ist auf jeden Fall doof, aber ob Weglaufen der richtige Weg ist, stelle ich hier mal in Frage.

5 Kommentare

  1. Immerhin bin ich D-Blogger. :)

    Sicher hast Du recht, dass es kreative Wege zum Protest gibt, die vielleicht sogar zielführend sind, aber aus zwei Gründen habe ich mich dazu entschlossen sofort zu kündigen.

    1.) Mir ist in den letzten Monate immer unwohler dabei geworden, alle meine Bilder bei Flickr zu lassen. Ich werde auch meinen delicious Account exportieren und alles in einem CMS zusammenführen. Ich fühl mich nur dann wohl, wenn ich alles an einer Stelle habe und dort volle Konrolle hab.

    2.) Die Änderung von Flickr empfinde ich, wie ich das auch schon geschrieben habe als Vertrauensbruch, als ein „Wir können das machen, wir scheißen auf deine Meinung und wir machen das auch einfach ohne Ankündigung und Warnung.“ Es ist ein ungepanschte Demonstration von willkürlicher Machtausübung. Einer solchen Firmenpolitik will ich wirklich keine Daten anvertrauen, die mir etwas bedeuten. Wer garantiert mir jetzt, dass sie die nicht irgendwann einfach komplett offline nehmen. Ich habe einfach kein Vertrauen mehr in den Laden.

  2. Ich habe mich ja auch bewusst für flickr entschieden, obwohl ich Zwonull-Hypes her kritischgegenüber stehe (als flickr noch nicht zu yahau gehörte). Untera nderem auch, weil ich mein trafficlastiges Foodblog entlasten wollte und ne einfache Methode des Bilderhostens suchte – wie vielen ist mir die community aber ans Herz gewachsen, ich habe in vielen gegenden der Wel Flickr contacts – die ich bei einem Providerwechsel nicht mitnehmen kann, was bedeutet ich komem ohnehin zu flickr zurück… und gerad eder von Dir erwähnte Austausch ist auch eines der Argumente für mich, einen Hostingservic ezu nutzen, in vieler Hinsicht.

    Ich weiss noch nicht wie es weiter geht… ich schaue mir das noch eine Weile an. Weglaufen der richtige Weg? Für die für die Flickr ein reines Bilderhosting war, ist das denke ich keine große Sache. Weglaufen bedeutet zwar Abstimmung mit den Füßen, in diesem Fall sind sie dann aber ihre Querulanten bequem los und können den Neumitgliedern die tolle familiensichere Flickr-Welt noch als Feature verkaufen…

  3. Naja, man kann mit den Protestbildern die Mitarbeiter dort anscheinend ein bisschen beschäftigen
    Wobei ich trotzdem in Zukunft meine Bilder bei mir auf den Server schmeissen werde und höchstens zusätzlich bei einem oder mehreren Foto-Seiten online stelle. Meine eigenen Nutzungsbedingungen kann ich selber bestimmen, da ist nicht mit bösen Überraschungen zu rechnen 😉

  4. Eigentlich kann ich dir nur beipflichten. Ich finde das bleiben und weiterhin protestieren auch besser als davonzulaufen.

  5. Pingback: flickr-Entscheidung und Web 3.0 Gedanken [powerbook_blog]

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