powerbook_blog

klein, praktisch, unverdaulich seit 2004

Polen mit der Bahn

| 2 Kommentare

Meine Hinreise nach Polen war von den Fahrt her doch recht vielfältig. Mit der Bahn nach Dortmund, mit dem Taxi zum Flughafen ( 20 Euro ), mit dem Flugzeug nach Danzig ( hin-her 100 Euro ), mit dem Taxi zum Bahnhof ( 50 Zloty ~ 15 Euro ) und dann wiederum mit der polnischen Bahn ( 31 Zloty ~ 10 Euro ) zu meinem Bestimmungsort Olsztyn ( ehemals Allenstein ).

Beim Fahrkartenkaufen ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass die Polen an vielen Stellen wo etwas verkauft wird mit Touchscreens arbeiten. Hat den Charme, dass die jeweiligen Personen oft mit den Radiergummiseiten der Bleistifte wild auf dem Bildschirm rumhämmern. Ein Job, den ich wohl keine zwei Tage machen könnte, alsdann ich vermutlich mit der falschen Seite das TFT malträtieren würde.

Wie auch immer. Auch wenn mein polnischer Wortschatz mehr als beschränkt ist, klappt die nonverbale Komminukation doch überall in Polen recht problemlos. Und ich kann bestätigen, dass sich die Leute freuen, wenn man sich bemüht, die paar polnischen Brocken, die man so aufschnappt, auch anwendet.

Kurz festhalten kann ich also, dass Bahnfahren in Polen für unsere Verhältnisse wirklich spottbillig ist. Als kleiner Junge bin ich oft in Deutschland im Nahverkehrszug hin und her gefahren. Der D-Zug mit dem ich gefahren bin hatte etwa die Innenausstattung wie der Nahverkehrszug vor 25 Jahren. Früher war ja alles besser, also kein Grund zur Klage.

Auf dem Bahnhof habe ich noch ein deutsches Pärchen getroffen und wir sind dann nach dem Einsteigen zusammen durch den Zug gestiegen auf der Suche nach einem freien Raucherabteil. Die Passagierdichte hatte in etwa das Niveau in einem ICE an einem Freitag nachmittag auf einer vielbefahrenen Route. So war dann auch selbstredend fast der komplette letzte Wagen mit Rekruten der Armee gefüllt. Schön, wenn der Kulturschock so völlig ausbleibt.

Im letzten Wagen war dann auch das allerletzte Abteil frei. Wobei frei eben nicht unbelegt heisst. Auch in Polen reservieren sich die Schaffner ein eigenes Abteil. Im Gegensatz zur unserem Heimatland benötigen sie dieses aber auch. Im Laufe der zweieinhalbstündigen Zugfahrt habe ich jede Menge Schaffner einsteigen und aussteigen sehen. Kontrolliert hat mich einer. ich bin mir auch nicht ganz sicher, was die Personen in zivl gemacht haben, die sich zwischendurch ganz wichtig ein Namensschild angesteckt haben und dann durch den Zug gelaufen sind. Vielleicht eine Kundenzufriedenheitsumfrage der polnischen Bahn? Ich werde es nie erfahren.

Die Zugfahrt selbst war eher unspektakulär. Von ein paar doch recht interessanten Brückenkonstruktionen abgesehen – und der meiner Meinung nach wirklich schönen Landschaft verlief alles nach Plan. Wie auf Schienen eben. Und – ich war pünktlich an meinem Bestimmungsort.

Bahnfahren in Polen kann ich also wirklich vorbehaltlos empfehlen.

2 Kommentare

  1. „Kontrolliert hat mich einer. ich bin mir auch nicht ganz sicher, was die Personen in zivl gemacht haben“

    They control the other conductors, whether they do their work.

Schreib einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.