Babysitter be- und versorgt, habe ich gestern abend in der Kamera in Bielefeld endlichCoffee and Cigarettes gesehen.
Ich muss vorab kurz ausholen. Ich bin nicht der Programmkino-Typ. Ich bin eigentlich gar nicht mehr der Kino-Typ, seitdem man nirgends mehr rauchen kann und es Dolby-Effekte für das Wohnzimmer gibt. Ich werde cholerisch, wenn Leute während des Vorspanns sich noch angeregt unterhalten ( Verlogenes Pack! Aber am Ende noch ganz alternativ sitzen bleiben, bis der Vorspann vorbei ist – das ich nicht lache… ).
Ich mag auch nicht so wirklich englische Filme mit deutschen Untertiteln. Ich verstehe eigentlich sehr gut Englisch, aber wenn die deutschen Untertitel eingeblendet werden, dann lese ich automatisch mit, so dass ich weder vom Gesprochenen noch vom Geschriebenen wirklich etwas mitbekommen, bzw. das ganze irgendwie anstrengend ist. Vor allem, wenn das Kino so angelegt ist, dass der Kopf der Vorderfrau die Mitte der Untertitelzeile verdeckt.
Zudem gab es es als einiges Bier WarsteinerScientology-Pilsener. Keine wirklich perfekten Umstände um einen Film zu gucken, auf den man sich so sehr gefreut hat.
Coffee and Cigarettes an sich hat mir dann aber gut gefallen. Manche Episoden sind einfach nur klasse, andere wenigstens ok. Die Episode mit Iggy Pop und Tom Waits hat auf jeden Fall was. Wer den Film noch sehen will, den kursiven Text bitte überlesen: Tom Waits kommt zu spät zu einem Date mit Iggy Pop. Auf dem Tisch liegt ein Päckchen Zigaretten. Tom fragt, ob die Iggy gehören, der verneint und weist darauf hin, dass er aufgehört hat. Beide beteuern sich, wie gut das ist, dass man aufgehört hat und wieviel mehr Lebenskomfort man dadurch hat. Schliesslich nimmt sich Tom eine Zigarette und zündet sie sich an mit der Begründung. ~ Ich kann ruhig rauchen, ich habe ja aufgehört. Ich rauche die ja nicht, weil ich sie brauche, sondern eher, weil sie mich schmückt.~ Alle Raucher, die mal versucht haben, aufzuhören, verstehen sofort, was ich meine, denke ich.Hier gehts weiter. Wenn der Film sehr tiefgründig ist, dann fehlt mir die intellektuelle Leistung dieses zu erkennen. Was nicht heissen soll, dass er platt oder oberflächlich ist. Letztendlich geht es um zwei Sachen: Coffee and Cigarettes. Manche Kameraeinstellungen sind mE wunderschön – und das, wenn man bedenkt, dass es sich da hauptsächlich um Kaffeegeschirr und -tische handelt … Die Filmmusik, nie aufdringlich, sondern eher Kaffeehausmässig begleitend im Hintergrund, hätte ich auch gerne.
Sollte der Film wiedererwartend als bezahlbare DVD mit abschaltbaren Untertiteln in den Handel kommen, dann werde ich sie bestimmt kaufen. Und um das ganze abzuschliessen. Für ein Raucher ist es schon eine kleine Qual, einen Film zu gucken, in dem geraucht wird ohne Ende, ohne sich selbst eine Zigarette anstecken zu dürfen.
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3. September 2004 um 23:16 Uhr
Warsteiner http://www.ftd.de/ed/we/1055066670401.html?nv=se
4. September 2004 um 06:35 Uhr
Wie peinlich. Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Am besten ich verkrieche mich wieder in Bett und komme die nächste Woche nicht mehr raus.