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Schluss mit lustig? Genau!

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Der Datenimperator schreibt in seinem public void blog () als Antwort auf meinen Beitrag:

[…] Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Wer heute noch mit selbstgebackenem php/mysql-Halbwissen glänzt, mit den technischen Kenntnissen nicht auf dem aktuellsten Stand und nicht teamfähig produktiv ist, der bekommt keinen Job mehr, bei dem ihm mal eben 50 TEUR pro Jahr und mehr brutto hinterhergeworfen werden.

Dem möchte ich doch entgegenhalten, dass selbst diejenigen, die heute besipielsweise sehr fundiertes php/mysql-Wissen haben, dies wohl kaum im Rahmen eines Studiums oder einer klassischen Ausbildung erworben haben, sondern eher ihr selbgebackenes Halbwissen entsprechend ausgebaut haben.

Zudem gebe ich zu bedenken, dass bei den heutigen Stellenausschreibungen ja zum einen ein fundiertes Wissen gewünscht ist, dazu eine entsprechende Vielvalt der Wissensgebiete. Will man hier bei den unterschiedlichen Gebieten wirklich auf dem letzten Stand sein, so kann dies wohl kaum in der regulären Arbeitszeit erarbeitet werden. So dass die Zeit, die man früher Freizeit nannte und für nicht-digitale Hobbies und nicht-digitale-soziale Kontakte nutzen konnte, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gegen Null geht.

Aber da bin ich auch gar nicht so traurig drum, bedeutet es doch, daß man nicht mehr so viele Nieten im Job trifft. Die lassen sich jetzt vom Arbeitsamt wieder zurück umschulen, nachdem sie mit der Aussicht auf das schnelle grosse Geld in die IT gewechselt waren.

Das die New-Economy-Blase geplatzt ist und dabei die Spreu von Weizen getrennt hat treibt mir auch keine Tränen in die Augen. Ich bedaure jedoch diejenigen, die in der guten alten Zeit die klassische IT-Karriere gemacht haben, indem sie ihr Studium abgebrochen haben, um im IT-Umfeld Geld zu verdienen und jetzt – ohne die richtige Vita zu haben – in der Vorauslese der einstellenden Unternehmen durch das Raster fallen. Weil sie eben keinen entsprechenden Abschluss haben und nur deshalb.

Hingegen ich mir vorstellen kann, dass die studierten Betriebswirte, die u.a. auch bravorös die eine oder andere .com-Firma vor die Wand gefahren haben, jetzt mit ehemaliger Geschäftsführungserfahrung eine Abteilung in einem beliebigen Unternehmen leiten – und das nicht, weil sie hach so viel Ahnung von der ganzen Materie haben.

Ich denke weiter, dass ein jeder von uns, der seinen Job behalten oder einen neuen gefunden hat, sich sehr glücklich schätzen kann. Gerade bei den großen Unternehmen (z.B. Lycos), die bei Ihren Entlassungsaktionen mehrere hundert Leute entlassen haben, wurden viele qualifizierte Leute freigesetzt, die jetzt aufgrund der Masse der Arbeitslosen es bestimmt nicht leicht haben.

Wie dem auch sei, ich kann meine Emotionen bezüglich des Themas leider nicht in die richtigen Worte fassen. Drum schlicht und einfach: Die Welt ist schlecht.

Kurz festhalten möchte ich nur noch, dass ich glaube tendenziell mit dem Datenimperator Konsenz zu haben. Die Zeiten der Frontpage-Webdesigner, Copy-Try-Paste-Error-Programmier, und Special-Unit-Task-Force-Internet-Consultants ist vorbei und das ist auch nicht traurig.

Ein Kommentar

  1. Ein Gruß von blog() zu _blog Aus der Arbeitslosigkeit heraus zu agieren ist niemals leicht, ich weiss, wovon ich da rede. Aber auch zum Thema „Geschäftsführer .com“ kann ich eine Meinung haben, leider war die Meinungsbildung in meinem Fall sehr teuer. :-} Aber immerhin: Um Erfahrung bin ich reicher.

    Und genau diese Erfahrungen waren es in den letzten 3 Jahren, die mich häufig weitergebracht haben: Wer einmal wirklich unternehmerisch tätig war, hat eine gewisse Sicht der Dinge, die „nur angestellt denkende“ Menschen für gewöhnlich nicht haben. Möglicherweise hilft mir das heute, die Probleme meiner Kunden (für gewöhnlich Unternehmer) besser zu verstehen.

    Und was ich mit dem php-Halbwissen meinte: Nichts gegen php-Programmierer, aber man trifft (oder: traf…) doch häufig diesen Typ Autodidakt, der zwar in seinem Leben noch keine Stunde strukturiert Programmierung gelernt hat, aber trotzdem schon dutzende von Webprojekte hinter sich gebracht hat. Die Qualität seiner Codes ist bei diesem Typus selten berühmt, weil er‘ s einfach nicht besser kann. Kapselung, Abstraktion und Algorithemen sind für ihn Fremdworte, deren Sinn er höchstens ahnt… und wer auf diesem Stand stehen bleibt, der wird es in nächster Zukunft sogar noch schwerer haben, wenn erstmal die Flut der Informatik-Studenten auf den Markt drängt, die mit guten Vorsätzen 1999 bis 2001 ihr Studium begonnen haben.

    Grüße,

    – Datenimperator

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